Dot.com -Krise: "Wer gibt zu, dass es den Bach runter geht?"

26. Juli 2000, 12:41

Beraterfirmen versprechen Auswege für sterbende E-Commerce-Projekte



Die dot.com-Liste
Tote und im Sterben liegende E-Commerce-Firmen - Ihr Tipp?

Unberührt von pessimistischen Aussichten für dot.com-Unternehmen könnte eine neue Branche florieren: Consultant-Firmen möchten ihr Geld an sterbenden dot.coms verdienen und versprechen einen Ausweg.

So hat beispielsweise die Firma Global Strategy Corporation (GSC) die Seite Dot-Trauma.com gestartet und verspricht E-Commerce-Unternehmen mit einem Fuß im Grab ihre Dienstleistungen: Sie würden Investoren finden und Business-Pläne erfolgreich gestalten. GSC untersucht worüber die Firma verfügt - das Management Team, die Finanzierung und womit Gewinne erzielt werden sollen. Dann sollen Vorschläge gemacht werden, wie man das Unternehmen wieder auf die eigenen Beine stellen kann.

Wer gibt zu, dass es den Bach runter geht?

Während Analysten erwarten, dass 90 Prozent oder mehr der dot.com-Projekte in den nächsten Jahren scheitern, wollen Beratungsfirmen diese Zahl senken. Zumindest dürften die Ratgeber bessere Aussichten haben als ihre Kunden.

GSC will auch mit Venture Kapital-Gebern und Investment-Firmen arbeiten um dot.coms mit guten Ideen länger am Leben zu halten. "Der problematische Teil ist, dass man zugeben muss, dass man den Bach runter geht", meint ein Analyst zu den Dienstleistungen von GSC. "Viele Firmen könnten warten, bis es zu spät ist um Hilfe zu holen. Diejenigen die Hilfe brauchen werden sehr still sein. Keine Firma will diese Information veröffentlichen" und riskieren als sterbende Firma gebrandmarkt zu sein. (ars)

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