Hans Reiser: "I'm stuck in George Orwell's 1984"

3. Jänner 2007, 10:17
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Dateisystem- Entwickler Hans Reiser beteuert aus dem Gefängnis seine Frau nicht ermordet zu haben - Firma steht vor Verkauf

Der Prominente Linux-Programmierer Hans Reiser, der des Mordes an seiner Frau bezichtigt und darauf hin inhaftiert wurde, sagt, er sei dahinter sein Open-Source-Dateisystem-Unternehmen Namesys zu verkaufen, um die Prozesskosten begleichen zu können.

In seinem ersten Interview seit seiner Inhaftierung, sprach Reiser mit Wired.com über die Zukunft seiner Firma und sein Befinden umgeben von den Wänden des Santa Rita Gefängnisses.

Auf dem Boden

"Fortan denke ich, in George Orwells 1984 festzustecken, die Regierung hat mir meine Kinder weggenommen, ist in mein Haus eingedrungen, hält mich in Einzelhaft und mich in finanzielle Schwierigkeiten gebracht", so der Programmierer im Gespräch.

William DuBois, Reisers Anwalt, meint Reiser würde das Geld ausgehen, um seine Verteidigung bezahlen zu können. "Das ist eine einzigartige Gelegenheit für jemanden die Firma zum Spottpreis zu erstehen", so DuBois. "Wir begrüßen alle Geier."

Rückblick

Nina und Hans Reiser waren bereits seit knapp zwei Jahren geschieden, als die Frau im September verschwand. Die Scheidung verlief nicht ohne heftige Streitigkeiten und gegenseitige Angriffs-Vorwürfe. Der Leichnam konnte bis jetzt nicht gefunden werden, Reiser wurde dennoch aufgrund von Blutspuren an seinem Wagen am 10. Oktober verhaftet. DNA-Tests bestätigten, dass das Blut von Nina Reiser stammt.

Reiser FS

Reiser ist als Entwickler des innovativen Dateisystems Reiser 3 und 4 bekannt, die gegenwärtig von einigen Linux-Anwendern eingesetzt werden. Das System ist frei verfügbar, die Firma Namesys macht ihr Geschäft mit Service und zusätzlich erwerbbaren Addons. (red)

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Namesys

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    namesys.com
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