Leitzinsen in Island überraschend angehoben

2. März 2007, 13:12
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Der Zinssatz stieg um einen Viertelpunkt auf einen Rekordstand von 14,25 Prozent

Reykjavik - Islands Zentralbank hat in ihrem Kampf gegen ein wachsendes Leistungsbilanzdefizit und steigende Inflation am Donnerstag überraschend die Leitzinsen angehoben. Der Zinssatz stieg um einen Viertelpunkt auf einen Rekordstand von 14,25 Prozent. Es war die 18. Erhöhung in der seit zweieinhalb Jahren währenden Bemühung der Bank, die Inflation einzudämmen.

Die Preisteuerung geht auf enorme Investitionen in Schmelzwerke und Thermalenergie-Projekte in dem Inselstaat mit knapp 290.000 Einwohnern zurück. Im August war die Inflation auf 8,6 Prozent gestiegen, seitdem geht sie leicht zurück. Regierungschef Geir Haarde hatte unlängst eine weiter strenge Haushaltspolitik angekündigt und sich zuversichtlich zur Inflationspolitik gezeigt.

Die meisten Experten hatten damit gerechnet, dass die Zentralbank den Zinssatz unverändert lässt. Die Isländische Krone legte nach Bekanntwerden der Entscheidung zunächst deutlich zu, gab die Gewinne allerdings rasch wieder ab. Gegen 11.00 MEZ lag sie bei 91,76 Kronen pro Euro. Obwohl die Zinsanhebung nicht erwartet worden sei, bleibe die Einschätzung unverändert, dass sich die Wirtschaft abschwächen werde, sagten Analysten zur Begründung. (APA/Reuters)

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