Schüssels schwarzes "ZiB"-Jahrzehnt

22. Juni 2007, 15:48
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Im vergangenen Jahrzehnt kam er am allerlängsten zu Wort, länger als Gusenbauer und Haider gemeinsam - Mit Download

Zehn Jahre beobachtet die Innsbrucker Mediawatch die ORF-Nachrichten, fast ebenso lange für den STANDARD. In dem Jahrzehnt kam Wolfgang Schüssel am allerlängsten zu Wort, länger als Gusenbauer und Haider gemeinsam.

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Herbst 1996: Eine Hand voll Studenten der Politikwissenschaft an der Uni Innsbruck beginnen mit einem Uni-Assistenten ein Initiativprojekt: "Analyse der EU-Wahlen 1996". Die erste Untersuchung von Mediawatch.

Schon 1997 dann beauftragt der STANDARD als erster und am längsten bestehender Kunde das Innsbrucker Forschungsteam mit der laufenden Analyse der politischen Berichterstattung im ORF-Fernsehen.

"ZiB-Watch" läuft bis heute, die Ergebnisse veröffentlicht der STANDARD Monat für Monat. Den ausführlichen Bericht über das Jahr 2006 finden Sie Ende kommender Woche in dieser Zeitung. Schon heute liefert Mediawatch im STANDARD erstmals einen Überblick über die ersten knapp zehn Jahre "ZiB-Watch2 seit Mitte 1997:

  • Wolfgang Schüssel kam als politischer Dauerläufer mehr als doppelt so lang in der "ZiB 1" zu Wort als Alfred Gusenbauer. An den Kanzler reichen SPÖ-Chef und Jörg Haider nicht einmal gemeinsam heran, obwohl der Orange länger ständig da und wieder weg ist.
  • Die ÖVP kann keinen so deutlichen Vorsprung in den wichtigsten ORF-Nachrichten herausarbeiten wie ihr Frontmann. Mit 40 Prozent der Redezeit schlägt sie dennoch alle übrigen Fraktionen.
  • Die SPÖ hat 1998 mit 45,3 Prozent einen Höchstwert seit Beginn der Messung, spürt aber nach 1999 klar die Wende in Regierung – und ORF.
  • Die FPÖ erreicht ihren Höchstwert 2002, gleich nach Inkrafttreten des neuen ORF-Gesetzes. Das bei der Wahl stark dezimierte BZÖ 2006 immerhin fast 17 Prozent.
  • Die Grünen waren 2006 am stärksten.
  • Für Frauen hat sich in zehn Jahren ein wenig verbessert: von 12 Prozent Redezeit in der "ZiB 1" auf zuletzt rund 20 Prozent. Weiterhin bescheiden.
  • (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 21.12.2006)

    Über MediaWatch
    Aus der Forschungsgruppe wurde Ende der Neunzigerjahre ein Unternehmen für Politik- und Medienanalysen. 2002 übernahm die APA, Nachrichtenagentur und Infodienstleister, die Innsbrucker Firma.

    Seither bietet Mediawatch Präsenzanalysen nicht nur für das ORF-Fernsehen, sondern auch für Print- und andere Medien an. Für Firmen und Politik übernimmt analysiert Mediawatch etwa Medienresonanz, Input (PR) und dessen Ergebnis, Stärken und Schwächen im medialen Auftritt, redaktionelle Trends online und tagesaktuell sowie den Ruf, die Reputation von Firmenchefs und Unternehmen. Geschäftsführer Clemens Pig: "Die Reputation eines Unternehmens in Medien und Bevölkerung wird zu einem zentralen Faktor bei der Bewertung der Unternehmen auf Kapitalmärkten.

    Link
    apa-mediawatch.at

    • MediaWatch-Langzeitanalyse der "ZiB 1"

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