Lkw Augustin will sich kaufen lassen

8. Jänner 2007, 13:54
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Österreichs größter Frächter, Lkw Augustin, ist nach Jahren offenbar zu Gesprächen über einen Teilverkauf bereit

Linz/Salzburg - Österreichs größter Frächter, Lkw Augustin, ist nach Jahren zu Gesprächen über einen Teilverkauf bereit. Eigentümer Karl Augustin, der in Zeitungsinterview am Vortag noch einen Verkauf harsch dementiert hat, zeigte sich am Mittwoch von neuen Verkaufsgerüchten "überrascht, aber gesprächsbereit". Das Jahr 2005 sei für die gesamte Transportwirtschaft ein schlechtes gewesen. "Jetzt geht es uns wieder besser, da kann man solche Überlegungen anstellen", sagte Augustin zur APA.

Druck von den Banken

Druck soll laut Medienberichten vor allem von den Banken kommen. Der Raiffeisenverband Salzburg, der laut einem Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) bei der Partnersuche helfen soll, berief sich am Mittwoch gegenüber der APA auf das Bankgeheimnis. Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ), ebenfalls eine der Hausbanken Augustins, erklärte, dass nicht das Institut, sondern das Unternehmen über einen möglichen Einstieg zu entscheiden habe. Augustin sagte dazu, er selbst habe bisher nicht ernsthaft darüber nachgedacht und auch "nichts geplant und nichts initiiert", das in Richtung eines Verkaufs weisen könnte.

Die "OÖN" berichteten in ihrer Mittwoch-Ausgabe, dass die Spedition Gartner mit Sitz in Lambach (Bezirk Wels-Land) und die ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria (RCA) an Augustin interessiert seien. Das Interesse der Staatsbahn sorge in der Speditionsbranche für helle Aufregung. "Wir halten viel davon, wenn Frächter auf der Straße fahren und starke Bahnen auf der Schiene bleiben", hieß es demnach unisono aus der Branche. Zudem werde eingewandt, dass öffentliche Gelder für die Akquisition "ver(sch)wendet" würden.

ÖBB ist interessiert

"Jede Übernahme muss sich rechnen und aus unserem Geschäft finanziert werden", erklärte RCA-Vorstand Ferdinand Schmidt, der gegenüber den OÖN Interesse an Augustin bestätigte. Er habe auch keine Freude, wenn andere ins Bahngeschäft einsteigen, das könne man sich aber in liberalisierten Märkten nicht aussuchen. Die Spedition Augustin, um die es seit Jahren Übernahmegerüchte gibt, verfügt nach eigenen Angaben über 1.400 Lkw. In der letzten verfügbaren Bilanz der Gruppe aus dem Jahr 2004 ist ein Verlust von 1,6 Millionen Euro ausgewiesen.

Richard Gartner, Geschäftsführer der gleichnamigen Spedition, stellte fest, dass bisher keine Gespräche über einen möglichen Einstieg geführt worden seien. Interesse sei aber grundsätzlich gegeben, so Gartner: "Aber nicht zu jedem Preis." (APA)

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    foto: augustin
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