Zu viel Sauerstoff führt zu Fehlgeburten

11. Juli 2000, 19:16

Physischer Stress für den Fötus

Hohe Sauerstoffkonzentrationen in der Plazenta könnten der Grund sein, warum viele Schwangerschaften (etwa ein Sechstel) in den ersten drei Monaten durch eine Fehlgeburt frühzeitig enden. Eric Jauniaux vom University College London und Graham Burton von der Cambridge University fanden heraus, dass in der Schwangerschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt die Sauerstoffkonzentration plötzlich sehr stark ansteigt. Vermutlich bedeutet dies physischen Stress für den Fötus, was in einigen Fällen eine Fehlgeburt zur Folge hat ( www.newscientist.com/news/news_224632.html).

Die britischen Wissenschaftler platzierten ein kleines Überwachungsgerät in die Plazentas www.ratiopharm.de/html/otc/lexikon/fuerdiefrau/abort.htm von 30 schwangeren Frauen. Da eine solche Messmethode die Schwangerschaft gefährden kann, nahmen nur Frauen an dieser Untersuchung teil, die ohnehin einen Abbruch planten. Das Ergebnis der Messungen: Die Sauerstoffwerte im Blut, das die Nabelschnur durchlief, verdreifachten sich zwischen der achten und der fünfzehnten Schwangerschaftswoche.

Bisher hatten Wissenschaftler geglaubt, dass die Sauerstoffwerte im Blut nur ganz allmählich ansteigen. "Dies zeigt ganz klar, dass es in der Schwangerschaft zwei unterschiedliche Phasen gibt", sagt Graham Burton, "Im ersten Drittel ist die Sauerstoffkonzentration sehr, sehr gering." Einige WissenschaftlerInnen vermuten nach diesen Forschungsergebnissen, dass so genannte Antioxidantien, z.B. Vitamin C und E, eine Fehlgeburt verhindern könnten. Jedoch gibt es für diese These in der klinischen Praxis bisher keinen Anhaltspunkt. In einer neuen Untersuchung müsste man diese These noch überprüfen. (pte)

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