Zu Weihnachten am liebsten in Spanien

17. Jänner 2007, 10:23
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Die Österreicher sind über die Weihnachtsfeiertage und Silvester heuer reiselustiger als im Vorjahr, am liebsten reisen sie nach Spanien

Wien - Die Österreicher sind über die Weihnachtsfeiertage und Silvester heuer reiselustiger als im Vorjahr. Die Zahl der Pauschalreisegäste bei Auslandsreisen liege um 12,4 Prozent über dem Vorjahr, geht aus der der APA-vorliegenden Buchungsstatistik der AUA-Tochter TraviAustria hervor, die mehr als 50 Prozent des österreichischen Reisebüromarktes abdeckt. Beliebtestes Reiseziel über die Weihnachtsfeiertage ist - wie im Vorjahr - Spanien mit seinen Inselgruppen Kanaren und Balearen.

Die Buchungen nach Spanien im Weihnachtsgeschäft liegen gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent im Plus, berichteten der Chef der Buchungssoftwareanbieters TraviAustria, Bernhard Wegscheider, im APA-Gespräch. Vor allem die Kanaren und Balearen würden den klassischen Winterbadetouristen ansprechen. Knapp dahinter folgt Ägypten, mit einem starken Plus von 16 Prozent. Drittliebste Weihnachtsdestination ist die Dominikanische Republik, wo die Buchungen auf Vorjahresniveau liegen. Dahinter folgen die Malediven (minus 8 Prozent) und die Türkei.

Nachholbedarf

Dass heuer wieder mehr Österreicher über Weihnachten und Silvester ins Ausland verreisen, führt Wegscheider zum Teil auf einen Nachholbedarf in Folge der Tsunami-Katastrophe vor zwei Jahren zurück. Außerdem lägen Reisen nach dem Motto "weg vom Christbaum und weg vom Weihnachtsstress" im Trend. Auch das wirtschaftliche Umfeld sei heuer besser als im Vorjahr, wodurch sich mehr Österreicher eine Reise leisten könnten und Reisen an Priorität gewonnen hätten, so der TraviAustria-Chef. Die Preise für Pauschalreisen ins Ausland seien heuer im Vergleich zum Vorjahr allerdings um 2,34 Prozent gestiegen. In Österreich werden jährlich insgesamt 1,4 Mio. Pauschalreisen ins Ausland verkauft, so TraviAustria-Bereichsleiter Alexander Klaus.

Plus drei Prozent

Der österreichische Reisemarkt ist heuer nach Schätzungen der TraviAustria um 3 Prozent gewachsen. Gewinner waren die großen Reisebüroketten, die um 6 Prozent zulegten. Verloren haben hingegen die kleineren Marktplayer, so Wegscheider. Insgesamt gesehen sei 2006 trotz Krisen ein positives Reisejahr gewesen.

Der Umsatz der TraviAustria hat 2006 bei rund 10 Mio. Euro stagniert. Das Unternehmen beschäftigt 75 Mitarbeiter und ist neben Österreich vor allem in Osteuropa und am Balkan tätig, konkret in Slowenien, Kroatien, Schweiz, Deutschland, Luxemburg, Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Für 2007 ist der Markteintritt in der Ukraine, Polen, den Baltischen Staaten sowie in Serbien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina geplant. 85 Prozent des Umsatzes werden in Österreich generiert.

Dass die Austrian Airlines (AUA), die zuletzt ihr Beteiligungsportfolio verändert hat, ihren TraviAustria-Anteil verkaufe, stehe derzeit nicht zur Diskussion, so Wegscheider. Die AUA hält 67 Prozent an TraviAustria, 19 Prozent besitzt das Österreichische Verkehrsbüro. Die restlichen Anteile halten die Reisebüros Mondial, P.Springer & Söhne, Raiffeisen Reisebüro und Kärntner Reisebüro GmbH, die BA-CA Administration Services GmbH, die Europäische Reiseversicherung, die Austrobus Österreichische Autobusgesellschaft und Blaguss Reisen.

TraviAustria

TraviAustria wurde 1987 als AUA-Tochter gegründet und ist seit 1989 exklusiver Vertriebspartner für das Reisereservierungssystem Galileo in Österreich, schärfster Konkurrent von TraviAustria ist Amadeus. Das Unternehmen deckt mit seiner touristischen Informations- und Reservierungssoftware knapp mehr als 50 Prozent der Reisebüro-Buchungen (darunter große Reisebüroketten wie Verkehrsbüro, Ruefa, Kuoni und Raiffeisenreisen) und 65 Prozent der in Österreich produzierten Pauschalreisen (darunter die Reiseveranstalter Gulet Touristik, Magic Life, Bentour und Vasco Touristik). Als Weihnachtsgeschäft definiert TraviAustria Pauschalreisen-Buchungen, die zwischen Jänner und Ende November 2006 mit dem Abreisezeitraum zwischen 15. und 31. Dezember getätigt wurden. (APA)

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    foto: standard/venusalbir
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