Frauen mit Internet- und Ethik-Kompetenzen

17. Jänner 2007, 14:53
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Bildungsprojekt "Frauenplattform Mittelburgenland" hat versucht, digitale Kluft zwischen Frauen und Männern zu schließen

Letzte Woche haben die Teilnehmerinnen der "Frauenplattform Mittelburgenland" ihre Projektarbeiten zu Themen wie "Alt sein in der Gesellschaft" oder "Sozialstaat" öffentlich präsentiert. Mit dieser Abschlussveranstaltung ist die "Frauenplattform Mittelburgenland", die von September bis Dezember in Oberpullendorf stattgefunden hat, zu Ende gegangen.

"Die Teilnehmerinnen der Frauenplattform sind befähigt worden, Informationen aus dem Internet selbständig zu gewinnen und zu beurteilen", sagt Marianne Prenner von der Katholischen Sozialakademie Österreichs, die das Frauenbildungsprojekt durchgeführt hat. "Die Frauen haben erlernt, wie sie sich mittels Internet vernetzen und miteinander kommunizieren können".

Frau in der Gesellschaft

Gelernt wurde in Anwesenheitsphasen und online nach dem Konzept des "blended learning". Neben Internetkompetenzen ging es um die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen, die Frauen in der Gesellschaft betreffen, und die Entwicklung von sozialen Kompetenzen, um selbst die eigenen Anliegen in die Hand zu nehmen und im jeweiligen Umfeld mitzugestalten. Der Schwerpunkt lag auf sozialethischen Fragestellungen.

Dieses Konzept mit dem Einsatz des Internets in einem Projekt der politischen Bildung für Frauen hat Marianne Prenner auch in ihrer Diplomarbeit aufbereitet, wofür sie im Oktober den "Förderpreis Erwachsenenbildung" des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kunst erhalten hat. "Die Frauenplattform hat geholfen, die Urteilsfähigkeit der Teilnehmerinnen zu stärken, etwa das kritische Hinterfragen von gesellschaftlichen Verhältnissen. Wichtig war es auch zu erlernen, Gestaltungsmöglichkeiten und Handlungsspielräume im jeweiligen Umfeld der Frauen zu erkennen und zu nutzen", so Gabriele Kienesberger, Lehrgangsbegleiterin und Erwachsenenbildnerin. "Die Frauenplattform hat auch im Mittelburgenland einen Ort für Frauen geschaffen, die in ihrem Leben, in ihrem Umfeld oder in der Gesellschaft etwas neu oder anders gestalten möchten".

Neben der Aneignung des technischen Know-Hows haben die Teilnehmerinnen der "Frauenplattform" Schlüsselqualifikationen für das private und berufliche Leben, wie Teamarbeit, Präsentieren, Argumentieren eingeübt. Soziale und gesellschaftliche Themen werden aus der Erfahrung des Alltags gemeinsam bearbeitet und diskutiert. Den Teilnehmerinnen standen ErwachsenenbildnerInnen und ExpertInnen zur Seite. Die Treffen fanden im Bildungshaus St. Stephan bzw. in der BHAK/BHAS in Oberpullendorf an Freitag-Nachmittagen bzw. Samstagen statt.

Dritte Frauenplattform

Die "Frauenplattform Mittelburgenland" wurde von der Katholischen Sozialakademie Österreichs - einer österreichweit tätigen Bildungseinrichtung - in Kooperation mit der Katholischen Frauenbewegung der Diözese Eisenstadt (kfb), der Evangelischen Frauenarbeit im Burgenland, der Frauenberatungsstelle Oberpullendorf sowie mit der Kath. Jugend und Jungschar Burgenland durchgeführt. Nach dem Süd- und dem Nordburgenland (2005 bzw. 2006) fand nun bereits zum dritten Mal eine Frauenplattform statt. Das erfolgreiche Konzept soll im nächsten Jahr auch in anderen Bundesländern umgesetzt werden. (red)

Link

ksoe (Katholische Sozialakademie Österreichs), Schottenring 35/DG, A-1010 Wien
  • Durch die "Frauenplattform Mittelburgenland"
konnte die digitale Kluft zwischen Frauen und Männern ein Stück geschlossen
werden. Gleichzeitig wurden die Teilnehmerinnen befähigt, in
gesellschaftlichen Fragen kompetent mitzureden und zu gestalten. Im Bild die Verleihung der Zertifikate bei der Abschlussveranstaltung.
    foto: ksoe
    Durch die "Frauenplattform Mittelburgenland" konnte die digitale Kluft zwischen Frauen und Männern ein Stück geschlossen werden. Gleichzeitig wurden die Teilnehmerinnen befähigt, in gesellschaftlichen Fragen kompetent mitzureden und zu gestalten. Im Bild die Verleihung der Zertifikate bei der Abschlussveranstaltung.
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