Heli-Skiing empört Alpenverein

2. Jänner 2007, 09:28
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Lecher wollen auf Luxus-Skifahrer nicht verzichten, Naturschutzreferent sieht Genehmigung durch Landesregierung als "Einseitigkeit"

Bregenz/Lech – Die Genehmigung von Hubschrauber-Skiflügen in Lech für weitere fünf Jahre sorgt für Empörung im Alpenverein. Gerhard Kaufmann, Naturschutzreferent, kündigte in einem Offenen Brief an Landeshauptmann Herbert Sausgruber an, "dass sich die 17.000 Vereinsmitglieder weiter mit allen demokratischen Mitteln zur Wehr setzen werden". Kaufmann sieht die Genehmigung durch die Landesregierung als "Einseitigkeit" pro Lecher Tourismuswirtschaft. Vollkommen ignoriert habe die Behörde die Notwendigkeit eines wildbiologischen Gutachtens.

Kaufmann zum Standard: "Im Sommer beobachten wir in diesem Gebiet seit Jahren ein Steinbock-Rudel." Das Argument des Landesjägermeisters Michael Manhart, im zugelassenen Heli-Skiing-Gebiet befände sich im Winter kein Wild, lässt Kaufmann so nicht gelten: "Herr Manhart ist der Geschäftsführer der Skilifte Lech." Es bedürfe einer Expertise unabhängiger Experten, die habe die Landesregierung nicht eingeholt. Der Alpenverein vermutet zudem, dass Hubschrauber-Skifahrer die vorgeschriebenen Routen nicht einhalten und ins verbotene Gebiet des Biosphärenparks Großes Walsertal abfahren. "Wir werden das diesen Winter sehr genau beobachten und zur Anzeige bringen." Lech bietet als einziges österreichisches Wintersportgebiet Heli-Skiing an. (jub/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.12. 2006)

  • Ski fahren am Arlberg: Heli-Transporte sind nicht jedermanns Sache.
    foto: standard/ informationsbüro st. anton am arlberg

    Ski fahren am Arlberg: Heli-Transporte sind nicht jedermanns Sache.

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