"Rote Sterne" leuchten in den Reformstaaten besonders hell

11. Juli 2000, 17:52

ed-stars-com Vorstand Thomas Huber strebt Marktführerschaft am zentral- und osteuropäischen Markt im Bereich Internet- und E-Commerce an


Standard-Mitarbeiter Robert Zwickelsdorfer

Wien - "Unsere Ziele sind klar definiert: die Marktführerschaft am zentral- und osteuropäischen Markt im Bereich von Internet und E-Commerce sowie der Breakeven bereits im ersten Jahr unseres Bestehens."

Der neue Vorstand des österreichischen Internetunternehmens red-stars.com, Thomas Huber, macht im Gespräch mit dem STANDARD kein Hehl aus seinen ehrgeizigen Plänen. Um diese zu realisieren, forciert das im März dieses Jahres gegründete Unternehmen, das junge Internetfirmen in den Reformstaaten mit Kapital, Management sowie Technologie unterstützt, seine dortigen Aktivitäten.

Huber, vor seinem Wechsel zu red-stars als Finanzvorstand der Billa Holding ebenfalls für die Osteuropa- Expansion zuständig, sieht in diesen Märkten enorme Potenziale: "Derzeit gibt es in dieser Region etwas mehr als fünf Millionen Webnutzer, Ende 2003 werden es 60 Millionen sein." Lokale Präsenz, ein großes Netzwerk an Kontakten sowie ein gut ausbalanciertes Portfolio sollen helfen, die angestrebte Nummer-eins- Position zu verwirklichen.

Engagement in Polen

Nach der Beteiligung am tschechischen E-Business- Unternehmen Samba Digital Media erwarb red-stars 30 Prozent an Puls Biznesu Net, einer neuen Online-Company der größten polnischen Wirtschaftstageszeitung.

Sein Unternehmen sei in der glücklichen Lage, aus einer Fülle von Angeboten "jene herausfiltern zu können, die am besten in unser Portfolio passen", so Huber. Derzeit stünden 150 Projekte zur Auswahl. "Davon werden wir 100 auf keinen Fall machen, 30 auf den zweiten Blick ablehnen. Von den verbleibenden 20 realisieren wir maximal drei oder vier kleinere, dafür qualitativ hochwertige Projekte."

Die Investments würden auf E-Services, E-Finance, Online Advertising und auf die Sparte Portale beschränkt. Im Bereich E-Finance kann sich der red-stars-Chef gemeinsame Onlineplattformen mit großen Versicherungen oder Banken vorstellen.

Huber will red-stars.com, dessen Wert von Analysten auf 60 Mio. € (825,6 Mio. S) geschätzt wird, bereits nächstes Jahr an eine Wachstumsbörse, vorzugsweise als erstes österreichisches Unternehmen an die Nasdaq, bringen. Die Entscheidung über einen weiteren strategischen Partner falle noch im Sommer, einen Namen wollte Huber nicht nennen: "Man kann aber davon ausgehen, dass er aus dem Finanz- oder Telekombereich kommen wird."

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