Mozart vergoldet Salzburgs Bilanz

17. Jänner 2007, 10:23
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Das Mozartjahr brachte für Salzburgs Tourismus das beste Ergebnis seit 1994, die Marke von 23 Millionen Nächtigungen wurde durchbrochen

Salzburg - Das Mozartjahr 2006 bescherte dem Tourismus in Stadt und Land Salzburg ein Nächtigungsplus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Wir haben die Schallmauer von 23 Millionen Nächtigungen überschritten. Salzburg hat das beste Ergebnis seit zwölf Jahren erreicht", freute sich Tourismusreferent LHStv. Wilfried Halsauer (ÖVP) am Dienstag anlässlich einer Jahresbilanz-Pressekonferenz. Salzburg werde in Zukunft auch die Themen "Stille Nacht" und "Sound of Music" besser positionieren, kündigte Haslauer an.

"Absolutes Rekordergebnis"

Größter Gewinner des Tourismusjahres 2005/06 ist die Stadt Salzburg. Sie konnte in den ersten elf Monaten 2006 ein Übernachtungsplus von 18,6 Prozent verzeichnen und wird bis Jahresende 2,1 Millionen Nächtigungen verbuchen. "Das ist ein absolutes Rekordergebnis", erklärte der ressortzuständige Vizebürgermeister der Mozartstadt, Harald Preuner (ÖVP). Die EU-Ratspräsidentschaft, das Mozartjahr und die Rad-WM hätten wesentlich zu dem positiven Ergebnis beigetragen.

Starke Zuwächse verzeichnete Salzburg bei den Gästen aus Dänemark (17,7 Prozent), aus dem amerikanischen Raum (15,4 Prozent) und aus Tschechien (12,3 Prozent). Die Liste der wichtigsten Herkunftsländer führt Deutschland trotz einem Minus von 3,2 Prozent an, gefolgt von Österreich und den Niederlanden.

Keine Frage, das Mozart-Jubiläumsjahr ist hervorragend gelaufen. Salzburg habe sich klar als Mozartstadt positionieren können, nun wisse man wirklich, wo Mozart zu Hause ist, hob Preuner hervor. Doch bis zum 300-Jahr-Jubiliäum dauert es noch 50 Jahre, und bis dahin will sich Salzburg nicht ausruhen. Keine Region der Welt verfüge gleich über drei herausragenden Merkmale, nämlich Mozart, Stille Nacht und Sound of Music.

Es sei noch zu wenig bekannt, dass das Lied "Stille Nacht" im Land Salzburg geschrieben und uraufgeführt wurde, sagte Haslauer. Man wolle deshalb Oberndorf und das Lied samt seiner Friedensbotschaft neu positionieren. Besser vermarktet soll auch "Sound of Music" werden, das jährlich 300.000 Gäste nach Salzburg lockt. Der Film über das Schicksal der Familie Trapp sei mit einer Milliarde Zuseher der "zweit meistgesehene" Streifen der Welt. Im Jahr 2008 soll das geplante "Sound of Music"-Museum im Stift Nonnberg in Betrieb gehen.

All-inklusive-Angebote als Gegner

Da 59 Prozent der Gäste im Winter nach Salzburg kommen, setzen die Touristiker nicht nur auf das Kulturimage. "Das Problem ist, dass die Begeisterung für das Skifahren abnimmt", sagte Haslauer. "Unsere Gegner sind die All-Inklusiv-Angebote im sonnigen Süden." Deshalb sei Olympia so wichtig, um zu zeigen, wie spannend, attraktiv, jugendlich und trendig der Winter in Salzburg mit seinen hochwertigen Angeboten sei. Dass Klimaexperten milde Winter prognostizieren, macht Haslauer keine Sorgen. Neuerschließungen von Gletschern schloss der Tourismusreferent aus. Den Bau von Ski-Hallen in den Alpen hält er ebenfalls für nicht sinnvoll. Salzburg gehe den Weg des Authentischen und konzentriere sich unter anderem auf die Schönheiten der Natur, das Erlebnis Berg und die Gastfreundschaft. (APA)

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    foto: standard/regine hendrich
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