Präsidentenkoalition gewann Kommunalwahlen

9. März 2007, 10:14
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Mitte-Links-Bündnis kontrolliert alle größeren Städte - In Nikosia erstmals Frau als Bürgermeisterin

Nikosia - Die seit 2003 auf Zypern regierende Mitte-Links-Koalition unter Präsident Tassos Papadopoulos hat die Kommunalwahlen vom Sonntag klar gewonnen. Sie wird in den fünf bevölkerungsreichsten Städten Nikosia, Limassol, Larnaka, Paphos und Strovolos die Bürgermeister stellen, berichtete der staatliche Rundfunk RIK am Montag unter Berufung auf die Wahlkommission. Die Wahlen galten als Stimmungsbarometer für die Präsidentenwahl Anfang 2008. An den Kommunalwahlen haben erstmals auch rund 800 EU-Bürger teilgenommen, die ständig auf Zypern leben. Zypern war am 1. Mai 2004 der Europäischen Union beigetreten.

Die Präsidentenpartei DIKO (Demokratische Partei) ist mit der größten Partei des Landes, der kommunistischen AKEL (Fortschrittspartei des werktätigen Volkes) verbündet, während die rechtsgerichtete DISY (Demokratische Sammlungsbewegung) in Opposition ist. Der Regierungskoalition gehören neben AKEL und DIKO die sozialistische EDEK, die DISY-Abspaltung EVROKO und die Grünen an.

Papadopoulos und seine Bündnispartner hatten im Gegensatz zur DISY den Wiedervereinigungsplan von UNO-Generalsekretär Kofi Annan abgelehnt, der von den griechischen Zyprioten 2004 in einem Referendum massiv verworfen wurde, weil er der überwiegenden Mehrheit der nach der türkischen Invasion 1974 aus dem Norden vertriebenen griechischen Zyprioten und deren Nachkommen die Rückkehr in ihre Heimatorte verwehrte, zugleich aber vorsah, dass ein großer Teil der von der Türkei angesiedelten 110.000 Festlandtürken und der türkischen Truppen auf der Insel bleiben kann. Die türkischen Zyprioten hatten den UNO-Plan angenommen. Völkerrechtlich ist die ganze Insel EU-Mitglied, doch findet das Regelwerk der Union im türkisch besetzten Norden keine Anwendung.

Erstmals Frau als Bürgermeisterin

In der Hauptstadt Nikosia wurde erstmals eine Frau zur Bürgermeisterin gewählt. Die bisherige AKEL-Parlamentsabgeordnete Eleni Mavrou versprach nach ihrer Wahl alles Menschenmögliche zu machen, um die Wiedervereinigung der beiden Stadtsektoren zu erreichen. Im türkisch-zypriotischen Norden der Hauptstadt (Lefkosa) leben schätzungsweise 80.000 Menschen, im griechisch-zypriotischen Süden 200.000 Einwohner. (APA/dpa)

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