Preis für neue CyberTron-Aktien unter Markterwartungen

12. Juli 2000, 09:40

"Es war klar, dass der Preis unter dem Schlusskurs von gestern kommen würde - aber 22 Euro sind wirklich ein bisschen wenig"

Der Bezugspreis für die Kapitalerhöhung der CyberTron Telekom AG ist am Dienstag mit 22 Euro je Aktie festgelegt worden und liegt damit unter den Erwartungen des Marktes. "Es war klar, dass der Preis unter dem Schlusskurs von gestern kommen würde - aber 22 Euro sind wirklich ein bisschen wenig", sagte ein Aktienhändler. Der Höchstbezugspreis für die Kapitalerhöhung war Ende Juni mit 27,50 Euro je Aktie angegeben worden.

CyberTron habe am Vormittag bei relativ geringem Umsatz ziemlich stark zugelegt, habe dann aber bis zur Aussetzung vom Handel durch die Wiener Börse ruhig tendiert, so der Händler. Die Wiener Börse hatte die Papiere von 1240 Uhr MESZ bis 1330 Uhr MESZ vom Handel ausgesetzt. Gegen 1340 Uhr setzten CyberTron um 3,04 Prozent leichter mit 22,30 (23,00) Euro wieder ein.

"Es sollte ein wenig Druck draufkommen - wir werden Gewinnmitnahmen sehen und unter 24 Euro gehen", sagte der Händler noch vor Wiederaufnahme des Handels.

"Der erste Schritt im Zuge der Realisierung der Investitionsvorhaben scheint geglückt zu sein - allerdings zu einem niedrigen Preis", sagte ein anderer Marktteilnehmer. Der Aktie habe der Ausgabekurs von 22 Euro geschadet, es sei aber ein durchaus faires Angebot von Seiten CyberTrons und positiv für den Markt gewesen. "Viele Teilnehmer sind vorher short gegangen, was die Aktie tendenziell unter Druck gebracht hat - jetzt können die sich freuen", so der Marktteilnehmer, der eine Stabilisierung der Aktie bei 22,50 Euro sieht.

Ein anderer Börsianer befand den Preis "ganz okay". "Die zwei Millionen Aktien sind platziert worden, der Preis ist eigentlich ganz okay", so der Börsianer.

Insgesamt sind laut CyberTron trotz zuletzt schwieriger Bedingungen zwei Millionen Stück Inhaberaktien aus der Kapitalerhöhung und weitere 200.000 Aktien von den Altaktionären im Rahmen der Greenshoe genannten Mehrzuteilungsoption platziert worden. Der Streubesitz von CyberTron erhöhe sich nach der Transaktion auf 53,9 (43,6) Prozent. Leadmanager der Emission war die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG, die in einer ersten Reaktion den Preis als "normalen Discount" bezeichnete.

Der Bezugspreis von 22 Euro liegt unter dem am Freitag der Vorwoche markierten Jahrestief von 22,61 Euro, das nur knapp mehr als ein Fünftel des Höchstkurses vom 14. März beträgt. (Reuters)

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