Lauda: Nannten ihn den "Unverwundbaren"

13. März 2007, 10:40
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Dreifacher Weltmeister bewunderte besonders die positive Einstellung von Clay Regazzoni - "Risiko prägte sein gesamtes Leben"

Wien - Seine Zeitgenossen in der Formel 1 hatten ihn den "Unverwundbaren" genannt. Am Freitag aber verstarb die Schweizer Motorsport-Legende Gianclaudio "Clay" Regazzoni im Alter von 67 Jahren bei einem Autounfall in Italien. "Risiko prägte sein gesamtes Leben. Es passt zu ihm, dass es bei einem Autounfall zu Ende geht", meinte Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda, selbst ab 1974 Ferrari-Teamkollege Regazzonis.

Als Lauda nach der Saison 1973 als 24-Jähriger zu Ferrari wechselte, war der zehn Jahre ältere Regazzoni der große Star, der gefeierte Held der Italiener. "Er war ein Vorbild für mich, denn er war nicht nur ein schneller Rennfahrer, sondern auch eine starke Persönlichkeit", sagte Lauda im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Ich habe sehr viel von ihm gelernt. Er war ein ausgezeichneter Teamkollege."

Der Lebenswandel Regazzonis habe laut Lauda genau jenem eines Formel-1-Piloten der damaligen Zeit entsprochen. "Er war das Ebenbild des idealen Rennfahrers der damaligen Zeit", erklärte Lauda. Piloten in der Königsklasse des Motorsports galten in den 70er Jahren vornehmlich als Lebemänner. "Persönlichkeitsstruktur, Charakter, Auftreten und Lebenswandel ergaben bei ihm ein perfektes Gesamtbild."

In späteren Jahren habe Lauda vor allem die positive Lebenseinstellung seines ehemaligen Teamkollegen bewundert, der seit einem schweren Unfall am 30. März 1980 in Long Beach querschnittgelähmt war. "Er hat nur an das Positive gedacht. Er war nie grantig oder depressiv. Das bewundere ich", sagte Lauda.

Regazzoni hatte großes Risiko nie gescheut. "Zu Beginn meiner Karriere haben wir ihn den Unverwundbaren genannt, weil er sehr viele schwere Unfälle gehabt hat", erinnerte sich Lauda. "Aber er ist immer wieder ausgestiegen, wo sonst niemand mehr ausgestiegen wäre." Selbst nach seinem Unfall in Long Beach fuhr der Schweizer im hohen Alter noch Go-Kart-Rennen. "Risiko und Motorsport prägten sein Leben."

Was dem österreichischen Weltmeister von 1975, 1977 und 1984 von seinem ersten Ferrari-Stallrivalen aber vor allem in Erinnerung bleiben wird, ist dessen "astreiner Charakter". "Er war in keiner Weise nachtragend, obwohl ich als junger Pilot von Ferrari bevorzugt worden bin." Zuletzt hatte Lauda Regazzoni heuer beim Grand Prix von Monaco getroffen. (APA)

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