Wo kann der Christbaum stehen?

Redaktion, 16. Dezember 2006 14:00
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    Arch. Christine Diethör, Innenraum- Expertin.

Ein kleiner Exkurs über Raumgrößen, Proportionen und deren Wichtigkeit zu Weihnachten - Von Christine Diethör

Raum zu haben ist etwas Kostbares. Große Häuser und feudale Wohnungen sind nicht umsonst ein Statussymbol ersten Ranges. Das führt dazu, dass viele Menschen meinen, mit den zur Verfügung stehenden Quadratmetern stiege gewiss auch die Qualität der Wohnung, des Hauses. Obwohl diese Meinung weit verbreitet ist, wird sie dadurch nicht unbedingt richtiger.

Raum mag zwar Luxus sein, doch erst die stimmige Raumproportion macht die Qualität eines Raumes aus. Wer schon einmal in einem schlecht geschnittenen Zimmer gestanden hat, der hat es am eigenen Leib erlebt: Das Zimmer ist verwinkelt, sodass man keine Möbel aufstellen kann. Es ist schlecht belichtet, sodass finstere Ecken entstehen. Und es ist dermaßen schlecht proportioniert, dass man trotz der vielen Quadratmeter keine Großzügigkeit verspürt.

Die simple Gleichung "Je größer, umso besser" führt also zu einem falschen Ergebnis. Vielmehr müsste die Formel lauten: Je besser das Verhältnis von Raumgröße zu Raumhöhe, je angemessener das Verhältnis zu Raumfunktion und Nutzung, desto besser die Wohnqualität.

Doch die Frage der Quantität ist nicht nur eine Frage der Gestaltung, sondern auch der Ökonomie und Nachhaltigkeit. Jeder Quadratmeter, der nicht wirklich notwendig ist, kostet unnötig Geld und verschlingt Ressourcen an Material und Freiraum. Bleibt also noch zu definieren, was notwendig ist. Heruntergebrochen auf die reine Funktionalität von Räumen kommt der Mensch mit sehr geringer Fläche aus. Zu beachten sind dabei jedoch die richtigen Raumproportionen für ein angenehmes Raumgefühl, die richtige Belichtung und Beleuchtung, um Räume gemütlich wirken zu lassen, sowie genügend Ausblicke nach außen und Einblicke nach innen - die so genannte Transparenz von Räumen. Vor allem aber braucht es die vielen "unnötigen" Dinge: Manche Flächen und Kubaturen bleiben frei und ungenutzt und dienen vordergründig als Metapher für die vielen Möglichkeiten, die das Leben bietet und die noch nicht ausgelotet sind. Also doch Luxusgut Raum?

Und schon sind wir bei der Flächenreserve im Wohnraum angelangt. Sie sollte bei jeder Planung berücksichtigt werden. Dieser bescheidene Luxus an ungenutzter Leerfläche eignet sich zu Weihnachten hervorragend. Wo sonst soll der Christbaum stehen? (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16./17.12.2006)

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10 Postings
allein im weiten All,bei uns ist immer Maskenball..
28.01.2007 09:44

der verfasser dieser zeilen sollte sich unbedingt in einem altersheim für personen mit einschlafschwierigkeiten melden. mich wiegte dieser artikel innerhalb von sekunden fast in gnädigen schlaf.

wenn manche leute keine anderen sorgen haben, als die, wo der christbaum hingestellt gehört, dann würd ich einfach mal sagen:" stellt ihn doch einfach auf den fußboden!"

jaja..

Chanel3
17.12.2006 17:04
Mit der Leertaste zugetextet

An der Dame ist eindeutig eine Kunstkritikerin verlorengegangen, die legen auch immer so wortgewaltig und schwülstig eine pseudo-inhaltsschwere aber de facto inhaltsleere Platitüdenprosa hin.

Rainer1957
17.12.2006 14:22
Weise Worte gelassen ausgesprochen...

Dass 100m2 schwer einzurichten sind, wenn sie als 1m breiter Streifen zur Verfügung stehen, ist eine wertvolle Lebenserfahrung, die man den Standardlesern nicht vorenthalten sollte. Danke dafür, und auch für die anderen treffenden Anmerkungen. Ich eile, um sie sofort umzusetzen.
Zur Sicherheit noch anderes Nützliches, das mich das Leben geleert hat:
Steine, einmal losgelassen, haben die Tendenz, sich selbständig dem Boden zu nähern, also Vorsicht beim barfüßigen Gehen. Luft ist draußen frischer, es sei denn, das Gegenteil ist der Fall. Wasser ist nass (im flüssigen Aggregatszustand).
Wer weiß noch was?

Rainer1957
17.12.2006 14:38
wenn mich das Leben leert...

... dann liegts darann, dass Leermeldungen ohne Lehrwert verbreitet werden.

du auch
17.12.2006 14:04

Die gute Dame sollte sich wohl mehr über das Verhältnis zwischen Make-up und natürlicher Haut Gedanken machen, als hier nichtssagend Freiraum zu verschwenden.

Horvath(V)
17.12.2006 13:50
und nun...

...weiß ich immer noch nicht, wo der baum am besten platz hat. ich werd ihn wohl selber aussuchen lassen.

superficial
16.12.2006 20:12
Meine Wohnung, eine Metapher.

"Manche Flächen und Kubaturen bleiben frei und ungenutzt und dienen vordergründig als Metapher für die vielen Möglichkeiten, die das Leben bietet und die noch nicht ausgelotet sind."

Das hab ich mir auch gedacht, als ich meine Wohnung eingerichtet habe.

a b1
16.12.2006 22:50
Ja ...

... und ich habe ein paar Quadratmeter freigelassen, damit man noch durch den Raum gehen kann. Soll auch Vorteile haben.

J. Holzerin
16.12.2006 17:57
... und bin so klug als wie zuvor!

So ein Schwachsinn, die "Expertin" hat damit wortreich genau null Information vermittelt.
Die soll daheim bleiben!

dr. satanas
17.12.2006 14:28
die "Expertin" hat damit wortreich genau null Information vermittelt.

genau deswegen ist sie ja auch "expertin"!
eine pragmatische lösung für etwas finden und kurz und bündig erklären beweist zwar hausverstand, aber der ist heutzutage ganz einfach nicht mehr gefragt!
viel heisse luft ablassen und mit der entsprechenden freunderlwirtschaft bist gleich "experte(in)"

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