Hirntumoroperationen ohne Skalpell

11. Juli 2000, 14:14

Weltweit einzigartiges Verfahren

Ab sofort ist es in der Brüssler Erasmus Klinik möglich, Hirnoperationen ohne Skalpell durchzuführen. Dieser Fortschritt der Hirnforschung ist auf dem Kongress für Neurowissenschaften, CINP cinp2000.com vorgestellt worden. Die größte internationale Tagung zu diesem Thema findet von 9. bis 13. Juli in Brüssel statt.

Krebsgeschwülste und andere Tumore des Gehirns können jetzt durch den kombinierten Einsatz eines "Gamma-Messer" genannten Instruments und der Abbildungsstechnik "PET" (Positron Emission Technique) schonender behandelt werden. Die Operation ist möglich, ohne dass der Schädel der PatientInnen geöffnet werden muss. Tumore von einer Größe bis zu drei Zentimeter können sogar unter örtlicher Betäubung entfernt werden.

PatientInnen können in so einem Fall am nächsten Tag entlassen werden und sein Haar bleibt erhalten. Normalerweise erfordern solche Eingriffe einen sechs- bis achtwöchigen Krankenhausaufenthalt.

Entscheidend bei dem Eingriff ist die Abbildungstechnik, mit deren Hilfe sich der Chirurg beim Entfernen des Tumors orientiert. Diese Technik stand im Mittelpunkt mehrerer von der EU Kommission mitfinanzierter Forschungsprojekte.

Das Gamma-Messer selbst wirkt durch Strahlen, die zuvor markierte Krebszellen zerstören. Die PET- Bilder dienen ChirurgInnen als Monitor. Seit Jänner 2000 wurden in der belgischen Erasmus Klinik bereits 80 PatientInnen auf diese Weise erfolgreich behandelt. (pte)

Share if you care.