
Immer mehr Flüchtlinge auf den Kanaren kommen aus Westsahara
Diese Menschen fliehen vor der Repression in ihrer Heimat. Mehr als 200 Saharauis haben die Küsten der Atlantikinseln erreicht. Kaum an Land, beantragten sie Asyl. Sie gehören zu jenen, die seit Mai 2005 in der Region zwischen Marokko und Mauretanien immer wieder friedlich für die Unabhängigkeit auf die Straße gehen. Marokkos Gendarmerie reagiert mit aller Härte auf diese "saharauische Intifada".
Minderjährige in Haft
"Die Bevölkerung in der Westsahara lebt unter einer Atmosphäre des Terrors. Hunderte Aktivisten wurden verhaftet, unter ihnen viele Minderjährige", erklärt der Sprecher der spanischen Menschenrechtsliga, Francisco José Alonso, warum junge Saharauis die gefährliche Fahrt über den Atlantik antreten.
Erst vor Kurzem wanderten wieder zehn Aktivisten hinter Gitter. Alonso wirft der marokkanischen Regierung vor, die Flucht der Saharauis zu begünstigen, um sich unbequemer Gegner zu entledigen. Wenn schwarzafrikanische Flüchtlinge versuchen, in Richtung Kanaren abzulegen, unterbindet dies die Gendarmerie. Handelt es sich um saharauische Flüchtlinge, schauen die Behörden weg. "Sie werden regelrecht ermutigt zu gehen", sagt Alonso. Seit dem Sommer sind mindestens 90 Saharauis im Atlantik ums Leben gekommen.
"Ethnische Säuberung"
Mohamed Abdelaziz, Präsident der saharauischen Exilregierung spricht in einem Hilferuf an UN-Generalsekretär Kofi Annan von "ethnischer Säuberung". Die Gendarmerie schreckt vor nichts zurück, wenn es darum geht, die Intifada der Saharauis zu unterdrücken. Verhaftete werden gefoltert, Frauen vergewaltigt. In einem Fall wurde ein Demonstrant sogar mit Benzin übergossen und angesteckt. Er erlitt schwere Verbrennungen.
"Die Menschen in der besetzten Westsahara sind eingeschlossen, die internationale Gemeinschaft hat keinen Zutritt", beschwert sich die saharauische Menschenrechtsaktivistin Aminetu Haidar, die selbst mehrmals in Haft saß und gefoltert wurde, bis sie nach internationalen Protesten nach Spanien ausreisen durfte.
Der marokkanische König Mohamed VI. unternimmt alles, um die Umsetzung des UN-Friedensplans, der eine Volksabstimmung über die Zukunft der Westsahara vorsieht, zu verhindern. Daran wird sich auch künftig nichts ändern. Gegen den Willen der Saharaudis und den der UNO will Mohamed VI. für die Region eine Autonomie innerhalb Marokkos durchsetzen. (Reiner Wandler aus Madrid/DER STANDARD,Printausgabe, 16.12.2006)
Polisario kritisiert Initiative als eine Falle
Sieg für Aminatu Haidar nach 32 Tagen Hungerstreik auf Lanzarote – Preis für Marokkos Einlenken noch unklar
Marokko bekräftigt Territorialanspruch - Festnahmen
Jahrzehntelanger Streit um Selbstbestimmungsrecht
1976 wurde die Demokratisch-arabische Republik Sahara ausgerufen - Marokko hat den Staat bis heute nicht anerkannt - Eine Ansichtssache
Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!Ausgerechnet Marokko das die Wirtschaft in der Westsahara durch Steuermittel stark subventioniert soll zu so einer tat fähig sein? Warum versuchen die Polisario zu den Kanarischen Inseln zuflüchten, wenn die Genossen in Algerien aufgenommen werden? Zumal die Gefahr besteht unterwegs im Meer zu ertrinken. Warum den Tod in Kauf nehmen wenn Algerien die Polosario unterstützt? Ich glaube die Polosariogenossen versuchen mit solchen Ausagen einen Freischein für Europa zu bekommen. Wen es hilft...
aber historisch gesehen, vor der span. kolonialzeit, gehörte die westsahara, wie mauretanien, zum sultanat von marokko, ws gb, usa schon im 19. jhdt u später auch spanien ursprünglich anerkannten.
auch ethnisch gesehn gibts keine "sauhauris", sie besteht auch wie die marokkan. bev. aus afro-afrikanern, berbern u arabern.
schlußendlich gehts ums phosphor: die polisario wird in erster linie von algerien u spanien unterstützt.
das spricht ja eher für sich, inwieweit die namensgebung gelaufen ist überfragen sie mich.
aber nach welchen gesichtspunkten "ethnische säuberung" durchgeführt werden würd mich schon interesieren.
u in spanien hat die inquisitition wohl ihren teil geleistet jedes völkerverbindendes auszulöschen.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.