T-Mobile investiert 200 Mio. Euro in tele.ring-Netzintegration

19. Jänner 2007, 12:43
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Kosten für tele.ring-Integration bei 50 bis 100 Mio. Euro - Pölzl: "Ende der Marke tele.ring steht nicht zur Diskussion"

Die Integration des Ende April 2006 übernommenen Handynetzbetreibers tele.ring, die mit einem Stellenabbau von bisher 200 tele.ring-Mitarbeitern einherging, kostet den zweitgrößten Mobilfunkbetreiber T-Mobile Austria 50 bis 100 Mio. Euro. Zusätzlich investiert T-Mobile rund 200 Mio. Euro in die Zusammenführung und Aufrüstung der beiden Netze, sagte T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl am Freitag im APA-Gespräch. Durch die Netz-Zusammenlegung können tele.ring-Kunden ab sofort österreichweit auch im T-Mobile-Netz telefonieren.

Erfolgreich

Mit dem Geschäftsjahr 2006 ist Pölzl zufrieden: Dank der tele.ring-Integration, den UMTS-Datenkarten und Sprachumsätzen werde man heuer den höchsten Umsatzzuwachs aller österreichischen Handynetzbetreiber sowie einen Ergebniszuwachs und unterm Strich schwarze Zahlen verzeichnen. Der anhaltende Preisverfall dämpfe in der Branche allerdings die Umsatzzuwächse.

Das Weihnachtsgeschäft laufe gut, habe heuer aber eine geringere Bedeutung, weil es bereits im Gesamtjahr sehr viele Tarifangebote gegeben habe: "Wir hatten heuer die stärksten Sommermonate überhaupt". In Österreich seien heuer so viele Handy-Verträge abgeschlossen worden wie noch nie zuvor. T-Mobile hat derzeit 3,21 Mio. Kunden, weniger als 1 Mio. davon entfallen auf die Marke tele.ring, die erhalten bleiben soll. "Ein Ende der Marke tele.ring steht nicht zur Diskussion", so Pölzl.

Integration

Die Integration von tele.ring laufe "sehr gut", sagte Pölzl. Sämtliche 450 tele.ring-Mitarbeiter seien in die T-Mobile-Zentrale übersiedelt, die organisatorische Integration sei abgeschlossen. Die Netzzusammenführung verlaufe schrittweise und werde im dritten Quartal 2007 zur Gänze abgeschlossen sein. Seit der Übernahme der tele.ring durch T-Mobile Austria haben 200 Mitarbeiter über einen zuvor ausverhandelten Sozialplan das Unternehmen verlassen, der Mitarbeiterstand liegt derzeit bei 1.900 Beschäftigten. 2007 soll die Beschäftigtenzahl noch einmal ein wenig sinken, allerdings durch natürliche Fluktuation.

Seit gestern sind alle tele.ring-Standorte ins T-Mobile-Netz integriert, tele.ring-Kunden können jetzt an jenen Standorten, wo es eine geringe oder keine tele.ring-Netzabdeckung gibt, im Zuge des so genannten "national Roaming" automatisch über das T-Mobile-Netz telefonieren. 2007 stehe noch eine technische Integration mit einem Investitionsvolumen von 100 Mio. Euro an, bei der alle tele.ring-Stationen mit einer neuen Systemtechnik überzogen werden: "Wir werden dann das modernste GSM-Netz Österreichs haben", so Pölzl.

Stationen

T-Mobile hat von tele.ring im Zuge der 1,3 Mrd. Euro schweren Übernahme 4.000 tele.ring-Sendestationen übernommen. Rund 2.000 redundante Stationen davon gab T-Mobile an den Konkurrenten Hutchison an, rund 100 an One. Der Rest davon wurde zum Großteil ins T-Mobile-Netz übernommen, einzelne Standorte wurden stillgelegt. Den Auflagen der EU-Kommission zufolge musste T-Mobile auch die beiden UMTS-Frequenzen von tele.ring je zur Hälfte an Hutchison und One abgeben und kassiert Branchenkreisen zufolge dafür 14 Mio. Euro pro UMTS-Frequenzpaket.

Die Integration der tele.ring-Standorte in das T-Mobile Netz begann am 12. Dezember in Osttirol, Kärnten und der Steiermark, danach folgten die restlichen Bundesländer. Nach der Zusammenführung der beiden Netze im Dezember werden ab Februar 2007 die redundanten Sendestationen laut EU-Auflagen vom Netz genommen. Nach Abschluss der Zusammenführung werden den T-Mobile-Kunden um 16 Prozent und tele.ring-Kunden um 40 Prozent mehr Sendestandorte zur Verfügung stehen als in den beiden bisherigen Netzen. Die technische Zusammenschaltung der beiden Mobilfunknetze ist laut T-Mobile im europäischen Vergleich einzigartig, da erstmals zwei bereits bestehende Netze mit unterschiedlichen Frequenzen zu einem Netz zusammengeführt wurden. (pte)

  • Artikelbild
    foto: t-mobile austria
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