Austria-Einkäufe nicht blockiert

1. Jänner 2007, 11:48
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Verein war über Rück­tritt des Präsidenten informiert, Langer bis Bestellung eines Nach­folgers im Amt

Wien - Von dem überraschenden Rücktritt von Peter Langer als Präsident des Fußball-Bundesliga-Schlusslichts FK Austria Magna war der innere Kreis der violetten Führung schon seit rund zwei Monaten informiert. "Es wäre nicht fair gewesen, meinen Schritt vor der Generalversammlung zu verheimlichen und ihn erst danach per eingeschriebenem Brief mitzuteilen. Die ordentlichen Mitglieder sollen wissen, woran sie sind", erklärte der 60-Jährige am Freitag.

Durch den am Donnerstag auch offiziell bekannt gegebenen Rücktritt musste die für Dienstag einberufene Generalversammlung, die über die mögliche Ausgliederung des Profi-Betriebes in eine nichtbörsennotierte Kapitalgesellschaft zu befinden hat, statutengemäß und kurzfristig auf einen späteren Zeitpunkt (23. Jänner) verschoben werden. Die Verlegung habe nichts mit seiner Entscheidung zu tun, versicherte Langer. "Die Umwandlung in eine AG ist ja die Idee von Markus Kraetschmer und mir."

Keine Vorschläge für Nachfolger

Langer würde sich freuen, wenn das Projekt realisiert wird. Er zieht sich vor allem deshalb zurück, weil er durch seinen Beruf an vier von fünf Werktagen im Ausland weilt. "Für die Rolle des Präsidenten muss man aber in Wien präsent sein", begründete der Funktionär, der seit 21. Februar 2002 im Amt ist und im Dezember 2004 für vier weitere Jahre gewählt worden war. Vorschläge für einen Nachfolger wird er nicht machen.

Der Noch-Präsident hat seine Tätigkeit als ehrenamtlicher Klubpräsident von Zeit zu Zeit immer wieder überdacht und die Frage gestellt, ob sich seine berufliche Überlastung mit dem Verein noch vereinbaren lässt. "Ich habe meinen Schritt nicht wegen mir, sondern für die Austria getan." Die Befürchtung, seine Demission würde im Verein Chaos und Führungslosigkeit auslösen, wies der Konsulent für verschiedene Firmen vehement zurück. "Ich stehe so lange in der Verantwortung, bis ein Nachfolger gewählt ist."

Glaube an Rothneusiedl

Langer, der nie in vorderster Linie stand, aber umso effektiver im Hintergrund für den Klub arbeitete, verabschiedet sich nicht im Bösen vom noch regierenden Double-Inhaber. Seine Tätigkeit sei immer vom sportlichen abhängig gewesen. "Das Erreichen des UEFA-Cup-Viertelfinales 2005 war neben dem nationalen Cup- und Liga-Titel der Höhepunkt. Das Kontrastprogramm folgte dann im heurigen Sommer. Ich trete aber nicht zurück, weil wir jetzt nicht erfolgreich sind", meinte Langer, der an den Stadion-Bau in Rothneusiedl fest glaubt.

Neuverpflichtungen nicht beinträchtigt

Der neue Präsident, der den Lizenzantrag an die Bundesliga (Frist bis 15. März) unterschreiben muss, soll nun am 23. Jänner gewählt werden. "Es soll eine Person sein, die die notwendige Zeit für den Verein, das Vertrauen des Klubs und der Sponsoren hat", nennt Klubmanager Markus Kraetschmer das Profil des Langer-Nachfolgers. Der 35-Jährige versicherte, dass die GV-Verlegung die Verpflichtung von Verstärkungen nicht beinträchtige. Dass solche notwendig sind, haben die Herbst-Spiele allen deutlich vor Augen geführt.

Der bereits in Kanada weilende Mäzen Frank Stronach war ebenfalls über den Langer-Rücktritt informiert. "Er hat uns klipp und klar gesagt, ihm Vorschläge für neue Spieler zu unterbreiten. Wir geben keine Wasserstandmeldungen durch, sondern legen ihm ein unterschriftsreifes Paket vor. Wir werden Frank noch vor Weihnachten solche Vorschläge unterbreiten", sagte Kraetschmer, der so wie Generalmanager Thomas Parits laufend mit Stronach in Verbindung steht.(APA)

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