EU hält an Urheberrechtsabgabe fest

2. April 2007, 15:36
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Pläne zur Neuregelung der Vergütung für Privatkopien auf unbestimmte Zeit verschoben

Die Europäische Kommission hat ihre Pläne für einheitliche und dem digitalen Zeitalter angemessenere Copyright-Abgaben auf Eis gelegt. Bis auf weiteres wird an den in einzelnen Ländern unterschiedlich geregelten pauschalen Urheberrechtsabgaben festgehalten, berichtet die deutsche Computerwoche. Viele Länder erheben gegenwärtig Urheberabgaben in unterschiedlicher Höhe auf unterschiedlichste Geräte vom Kopierer bis zum Mobiltelefon sowie auf Medien von CD-Rohlingen über Leerkassetten bis hin zu Papier.

Urheberrecht

Damit sollen Künstler und Autoren entschädigt werden, die keinerlei Zahlungen erhalten, wenn Verbraucher ihre urheberrechtlichen geschützten Werke (Musik, Texte, Bilder) vervielfältigen. In Spanien etwa zahlen Konsumenten fast 300 Euro Gebühren für einen MP3-Player mit 80 Gigabyte Speicher, in Österreich sind es acht Euro.

Nachdenken

Angesichts des "komplexen Themas" sei mehr noch "mehr Reflexion" nötig, begründete EU-Sprecherin Pia Hansen. Sie räumte allerdings ein, dass der französische Premier Dominique de Villepin sich vor Kurzem schriftlich an die Kommission gewandt und gefordert habe, diesbezügliche Pläne fallen zu lassen.

Pauschal

Während die Elektronikhersteller die pauschale Einhebung der Abgaben kritisieren, da sie die Geräte verteuerten und deren Verkauf bremsten, sehen die Verwertungsgesellschaften in einer potenziellen Abschaffung der Gebühren eine "Bedrohung für die Kultur." (DER STANDARD Printausgabe, 15.12.06)

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