Millionen ohne Show

6. Februar 2007, 15:33
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Franz Grandits verdanken sich Entwicklungshilfeprojekte in Burkina Faso - Eva Glawischnig und Willi Resetarits standen für guten Zweck hinter der Punschschank

Helfen ist eine Frage des Wollens, nicht des eigenen Hintergrundes. Aber so was zu hören, ist natürlich unbequem - weil dann ja eigentlich jeder ... Aber dass er mit seinem Tun, die, die immer nur groß reden, fortlaufend beschämt, ist Franz Grandits wohl egal. Grandits ist pensionierter Tischler. Er stammt aus dem Burgenland. Und hat in zehn Jahren über 900.000 Euro für Entwicklungshilfeprojekte in Burkina Faso aufgetrieben. Einfach, weil er, schreibt er auf seiner Homepage www.hilfedirekt.at, erkannte, "dass man helfen muss". Punkt. Und weil "Bildung der einzige Ausweg aus dem Teufelskreis der Armut ist" baute er zunächst eine Schule. Das war 1996. Das "Blöde" am Helfen ist aber, dass man damit kaum wieder aufhören kann. Doch weil Franz Grandits mit seiner Zeit besseres zu tun hat, als sich vor jede Kamera zu schmeißen, und er weiß, dass es effizienter ist, wenn er dafür andere einspannt, standen Mittwochabend Eva Glawischnig und Willi Resetarits am Weihnachtsmarkt am Spittelberg hinter der Punschschank und brachten für die Jahreszeit zu warme Getränke unters Volk. Damit Franz Grandits möglichst bald eine siebenstellige Zahl als Summe der bisher erbrachten Hilfsleistungen auf seine Homepage stellen kann. Obwohl die nackte Zahl als solche dem pensionierten Tischler wohl auch ziemlich egal ist. Aber als Signal für das, was möglich ist, macht sich 1.000.000 Euro ziemlich gut. (DER STANDARD - Printausgabe, 15. Dezember 2006)
  • Punsch am Spittelberg: Resetarits.
    foto: michael schmid

    Punsch am Spittelberg: Resetarits.

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