In 42 Branchen KV unter 1.000 Euro

11. Jänner 2007, 20:08
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In 13 Branchen verdienen Mitarbeiter sogar unter 900 Euro - Zeitungszusteller und Skilehrer mit 683 Euro an letzter Stelle

Wien - In 42 Branchen gibt es nach jüngsten Angaben des ÖGB Mindestlöhne unter 1.000 Euro brutto monatlich. Die Koalitionsverhandler von SPÖ und ÖVP haben sich ja zuletzt darauf verständigt, dass ein General-Kollektivvertrag einen Mindestlohn von 1.000 Euro vorsehen soll.

In insgesamt 13 Bereichen beträgt der Mindestlohn sogar nicht einmal 900 Euro brutto monatlich. Am niedrigsten sind dabei die Zeitungszusteller und die Skilehrer mit je 683 Euro eingestuft. Unter 800 Euro gibt es außer diesen beiden Branchen nur die Fußpfleger, Kosmetiker, Masseure mit 721,84 Euro. Knapp über 800 Euro liegt das Bäckergewerbe (820,88 Euro). Etwas mehr gibt es im Taxi- und Mietwagengewerbe mit 840 Euro.

700 Rahmen-Kollektivverträge

Die weiteren Branchen unter 900 Euro sind die Ordinationshilfen bei Zahnärzten und Dentisten (880), Angestellte in Notariaten (888,79), die Gablonzer Betriebe (893), ArbeitnehmerInnen der Internationalen Schlafwagen und Touristikgesellschaft (888), Fleischergewerbe (865), Textilreiniger, Chemischreiniger, Färber (898), Naturblumenbinder und -händler (883) sowie Bäuerliche Betriebe (außer Salzburg) mit 834 Euro.

Zahlen darüber, wie viele der Arbeitnehmer in diesen Berufen tatsächlich nur nach dem KV bezahlt sind und wie viele doch zumindest über 1.000 Euro verdienen, liegen keine vor.

Insgesamt gibt es rund 700 Rahmen-Kollektivverträge. Dazu kommen Zusatz-KVs wie beispielsweise ein Betriebs-Zusatz-Kollektivvertrag im Gastgewerbe, so dass insgesamt knapp mehr als 1.000 Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen vorliegen. (APA)

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    foto: standard/matthias cremer
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