Bregenz: Museumsplan mit Potenzial

5. Juli 2007, 13:53
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Architektur-Wettbewerb für das veraltete Vorarlberger Landesmuseum geplant

Bis 2012 könnte auf dem Kornmarktplatz ein modernes "Haus der Geschichte" stehen - von Jutta Berger

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Bregenz – Im Winter kann es recht kalt werden im Vorarlberger Landesmuseum. Es zieht aus allen Fugen, es ist feucht und modrig. Im Haus am Kornmarktplatz ist alles wie früher, als es weder Klima- noch Sicherheitstechnik gab und Begriffe wie Inszenierung, Museumspädagogik oder Barrierefreiheit noch nicht bekannt waren.

"Beklagenswerter Zustand"

Das 1857 gegründete Museum befinde sich in einem "beklagenswerten Zustand", sagt Tobias Natter, seit Sommer Direktor des Hauses. Sein Befund: "Die Präsentation ist unzeitgemäß, das Haus in technischer und museologischer Hinsicht veraltet." Dabei hätte die über 100.000 Objekte umfassende Sammlung Potenzial, Geschichte verständlich zu machen. Natter will "Geschichte und Geschichten erzählen" und das Museum – personell aufgestockt – zum Kompetenzzentrum machen.

Neugestaltung

2007 wird das Land Vorarlberg einen Architektenwettbewerb zur Neugestaltung ausschreiben, 2012 könnte das neue Haus fertig sein, kündigte der am Mittwoch verabschiedete Kultur-Landesrat Hans-Peter Bischof (VP) in seiner letzten Pressekonferenz an. Tobias Natter sieht das Kunsthaus Bregenz und das neue Festspielhaus als architektonischen Maßstab.

Städtebauliche Rahmenbedingungen

Die Stadt Bregenz ist nun gefordert, die städtebaulichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn noch blockiert ein stark frequentierter Parkplatz den Museumszugang. Zwei Versuche zur Umgestaltung des Kornmarktplatzes scheiterten bislang. Vorschläge eines ersten Architektur-Wettbewerbs wurden verworfen, die Umsetzung des Siegerprojektes des zweiten Wettbewerbs scheiterte 2003 an einer Bürgerinitiative. Bürgermeister Markus Linhart (VP) sieht nun die Chance eines Neubeginns, aber "mit intensiver Bürgerbeteiligung".

"Umfeld mitdenken"

Gernot Kiermayr (Grüne), als Vizebürgermeister für die Stadtplanung zuständig, sieht den Neubau im Kontext grundsätzlicher Überlegungen zur Stadtentwicklung. Die Verkehrsanbindung, die Öffnung des Museums zum See, die geplante Erweiterung des Bregenzer Hafens sind für Kiermayr wesentliche "städtebauliche Parameter". Den Architekten-Wettbewerb auf ein einziges Objekt zu beziehen, greift für den Grünen zu kurz. "Das Umfeld mitdenken" müsse man beim Wettbewerb, sagt auch Linhart. Erste Gespräche mit Land und Museumsverantwortlichen will er in den nächsten Tagen führen. (Jutta Berger, DER STANDARD Printausgabe 14.12.2006)

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