Sportinitiative in Schulen

26. Juli 2007, 12:54
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Kampf gegen Bewegungsmangel an Österreichs Schulen - Jugendliche sollen wieder Freude und Spaß an körperlicher Betätigung erlangen

Wien - Österreichs Schüler werden immer dicker und unbeweglicher. Meist ist jedoch nicht falsche Ernährung der Grund für immer mehr Kilos, sondern fehlende körperliche Betätigung. Die Plattform "forum. ernährung heute" hat in der Sporthauptschule Wien-Hadersdorf ein Projekt präsentiert, das den Jugendlichen wieder mehr Spaß an der Bewegung vermitteln soll. An neun Schulen wird derzeit bundesweit "getestet" - mit einigem Erfolg.

Zeiten mit weniger Bewegung

Wie sich die Zeiten geändert haben: Einst wurden das Mittagessen hinuntergewürgt und die Hausaufgaben im Eiltempo erledigt, damit ja keine Minute auf der "Gstettn" 8Wiese, Anm.) verloren ging. Dort wurde bis zum Einbruch der Dunkelheit das "Fetznlaberl" (Fußball aus Lumpen, Anm.) bearbeitet. Doch "Gstettn" und "Fetznlaberl" gehören der Vergangenheit an, es regieren Gameboy, Internet und Fernseher. Die Folge: Der natürliche Drang, sich zu auszutoben, versiegt stetig, das Körpergewicht nimmt zu.

Bewegungseinheiten sollen Abhilfe schaffen

Auch an den Schulen, wo die Turnstunde schon seit jeher ein Schattendasein fristete, gehört regelmäßige Bewegung nicht gerade zum Standardrepertoire. Aber das soll sich nun ändern. Gemeinsam mit Bundes-Sportorganisation (BSO) sowie den Verbänden ASKÖ, ASVÖ und Sportunion "sponsert" die Plattform "forum. ernährung heute" wöchentliche, so genannte polysportive Bewegungseinheiten. In 75 Minuten dreht sich alles um Spaß und Freude, nicht um Meter und Sekunden.

Partnerschulen

In jedem Bundesland wurde eine Partnerschule ausgewählt, an denen Basisfertigkeiten wie Koordination, Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit in spielerischer Form trainiert werden. Dies soll vor allem jenen Kindern zugute kommen, die nicht sportaffin sind. Hauptattraktion ist ein Abenteuerparcours samt Gerätegarten, wo nach Herzenslust herumgeturnt werden kann. Ballspiele in allen Formen sollen zusätzlich die Geschicklichkeit fördern.

Bisherige Erfahrungen

Silvia Schweighofer, Direktorin der Sporthauptschule Hadersdorf, ist von den bisherigen Resultaten begeistert: "Wir haben sieben Pflichtstunden Sport pro Woche, doch das ist unseren Kindern zu wenig. Sie wählen selbstständig und freiwillig Zusatzeinheiten aus." Gewalt und Aggression in der Schule ist für Schweighofer ein Fremdwort: "So etwas kennen wir bei uns nicht. Die überschüssigen Energien werden beim täglichen Sport abgebaut."

"Die Übergewichtsproblematik bei österreichischen Schülern nimmt immer dramatischere Formen an. Schon jedes fünfte Kind ist zu dick", warnte Helga Cvitkovich-Steiner, Initiatorin des Projekts. Mehr als eine Viertelmillion heimischer Jugendlicher sei davon betroffen. Ein Jahr lang werden die freiwilligen Zusatzeinheiten nun in Schulen und Gymnasien in Höchst (V), Zams-Schönwies (T), Maxglan (S), St. Veit/Glan (K), Ramsauerstraße Linz (OÖ), Frauengasse Baden (NÖ), St. Leonhard (ST), Neudörfl (B) und Hadersdorf (W) getestet. Experten sind sich einig, dass ähnliche Bewegungsprogramme auch in Kindergärten angeboten werden sollten. (APA)

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