Ifo sieht 15.000 Jobs in Gefahr

6. März 2007, 14:00
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Sollte der neue Glücks­spiel-Staatsvertrag in Deutschland in der geplanten Form in Kraft treten, ergäben sich erhebliche Änderungen auf dem Wett- und Lotteriemarkt

München - Eine Verschärfung des staatlichen Wettmonopols würde nach Einschätzung des ifo Instituts rund 15.000 Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr bringen. Dabei handle sich um direkt und indirekt mit der Branche verbundene Jobs, sagte ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb am Dienstag in München.

Da die Werbung für Lotto und andere Glücksspiele durch den neuen Glücksspiel-Staatsvertrag drastisch eingeschränkt werden müsste, würde gewerblichen Lottovermittlern weitgehend die Geschäftsgrundlage entzogen.

Noch härter träfe es Sportwettenanbieter, da Internet-Glücksspiele, zu denen in Deutschland Sportwetten zählen, laut Staatsvertragsentwurf komplett verboten werden sollten, erklärte das ifo Institut.

Andere Regelungen möglich

Dass auch andere Regelungen möglich seien, zeigten Beispiele wie in Großbritannien. Dort vergibt der Staat seit einigen Jahren Lizenzen an private Buchmacher auf Zeit. Dabei werde nicht mehr wie in Deutschland der Spieleinsatz, sondern der Rohertrag besteuert, also der Spieleinsatz abzüglich ausgeschütteter Gewinne. Dies habe zu einer starken Wettmarkt-Expansion und deutlich höheren staatlichen Einnahmen in Großbritannien geführt.

Ähnliche Auswirkungen erwarten die Konjunkturforscher bei Einführung eines ähnlichen Modells in Deutschland. Laut Modellrechnungen würde dann der Staat bis 2010 kumuliert rund 1,7 Milliarden Euro mehr an Einnahmen aus der Wettbranche erzielen als durch eine Verschärfung des staatlichen Wettmonopols zu erwarten wären, erklärte Nerb. (APA/dpa)

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