Alternativen im Wintertourismus

2. Februar 2007, 12:43
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Die Situation wird sich in den nächsten Jahren für Wintersportregionen verschlechtern, prophezeien Klimaforscher

Wien - "Mehr Fantasie" rät Ulrike Pröbstl, Professorin am Department für Raum, Landschaft und Infrastruktur der Universität für Bodenkultur (Boku) österreichischen Wintersportbetrieben, sollte der Trend zum Schneemangel anhalten. Oft seien es einfache Maßnahmen, die große Wirkungen erzielen könnten, sagte die Wissenschafterin bei einem Vortrag der Reihe "Fragen des Alltags - Antworten der Wissenschaft", der in Kooperation der Boku mit der Hauptbücherei Wien organisiert wurde.

Eine mögliche und vergleichsweise einfache Maßnahme haben die Tourismus-Forscher der Boku bereits im Rahmen von Umfragen ausgetestet. So steht immer wieder das Forcieren des Sommertourismus auch in den traditionellen Wintersportorten im Raum. Pröbstl schlägt dazu eine Art Storno-Möglichkeit vor: Sollte akuter Schneemangel das Skifahren unmöglich machen, könnte man den Gästen anbieten, auf Sommerurlaub umzubuchen.

Sommerurlaub statt Skifahren

Laut einer Umfrage des Instituts unter 400 Wiener Skifahrern würden immerhin 30 Prozent einwilligen, anstatt gebuchter vier Tage ohne Schnee einen Gutschein über sieben Tage Sommerurlaub zu akzeptieren. So könnten auch eingefleischte Winterurlauber auf einen alternativen Geschmack gebracht werden. "Der Markt ist nicht so starr, Beschneien ist nicht die einzige Möglichkeit, die Situation zu verbessern", so die Wissenschafterin.

Derzeit untersuchen die Boku-Experten, inwieweit das "Wintererlebnis" für die Touristen von Bedeutung ist, ob also beschneite Pisten und aufgeschüttete Loipen in einer grünen Landschaft auf die Dauer Erfolg haben werden. Ob die Möglichkeit, den bevorzugten Sport auszuüben, genügt, oder ob doch die passende Landschaft dazugehört, ist derzeit noch unklar.

Dass sich die Situation langfristig verschlechtern wird, daran lassen die Klimaforscher laut Pröbstl kaum einen Zweifel. So könnte bis 2025 Skisport unter 1.500 Metern kaum mehr möglich sein, was vor allem Österreich treffen würde. Derzeit befinden sich nämlich rund 70 Prozent der Wintergästebetten unter 1.000 Metern. Detailliertere Boku-Untersuchungen haben gezeigt, dass die Auswirkungen des Klimawandels regional sehr unterschiedlich ausfallen werden. Generelle Empfehlungen seien daher wenig sinnvoll. (APA)

  • Beschneien ist nicht die einzige Möglichkeit.
    foto: pixelquelle.de

    Beschneien ist nicht die einzige Möglichkeit.

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