12. Februar 2007, 10:34
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Hochschuldirektoren bedauern seit Längerem, dass in Linz das universitäre Leben an die Peripherie gedrängt werde.

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Linz - Für den neuen Standort der Anton Bruckner Privatuniversität des Landes Oberösterreichs sprach vor allem ein ganz pragmatischer Grund: die schnelle Verfügbarkeit des Areals, die so genannten Hagen-Gründe am Fuße des Linzer Pöstlingberges. Auf dem Gelände, wo bis 1963 das Schloss Hagen stand, soll die neue Uni entstehen.

Wenn alles glatt gehe, rechnet Direktor Anton Voigt damit, dass der Lehrbetrieb mit Wintersemester 2010/2011 aufgenommen werden kann. Das sei bei den anderen beiden noch infrage gekommenen Standorten, ehemaliger Frachtenbahnhof oder Ausbau des jetzigen Hauptgebäudes in der Wildbergstraße, nicht möglich gewesen. Rund 9000 Kubikmeter groß soll die neue Universität werden. Geplant sei ein Pavillon-Bau, der internationale Architektenwettbewerb soll im zweiten Halbjahr 2007 ausgeschrieben werden. Das Land hat die Baukosten mit maximal 28 Millionen Euro projektiert. Damit erhalte Linz - nach der Johannes-Kepler-Universität - die zweite Campus-Uni, bedauert Planungsstadtrat Klaus Luger .

"Das universitäre Leben ist in Linz nur sehr bedingt präsent. Im Gegensatz zu Wien oder Graz findet man im Zentrum kaum typische Studentenlokale", hat schon Michael Rosenberger, Institutsvorstand für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Uni, bedauert. Dieser Ansicht ist auch der Rektor der Linzer Kunstuniversität Reinhard Kannonier.

Das geplante Haus liege wieder mehr oder weniger "ab vom Schuss", sagt Luger. Vor allem der Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel sei schlecht. "Die Linz AG hat uns zugesagt, den Takt der Pöstlingbergbahn auf 15 Minuten zu verkürzen." Damit werde die Bruckner-Uni sehr wohl problemlos mit der Bim zu erreichen sein, sagt Voigt. Er ist vom neuen Standort überzeugt. An sich sei zwar auch das Areal auf dem ehemaligen Frachtenbahnhof nur unweit vom neuen Musiktheater "sehr interessant" gewesen. Letztendlich habe sich der Uni-Rat dagegen ausgesprochen, da die Uni mitten in eine künftige Wohnsiedlung gekommen wäre. Das Umfeld rund um die Hagen-Gründe entspreche besser den Ansprüchen einer Kunstuniversität. "Offenbar hat die Aussicht auf Linz den Ausschlag geben", kann sich Luger den Kommentar nicht verkneifen. (Kerstin Scheller/DER STANDARD Printausgabe, 7. Dezember 2006)

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