Knapp an der Zielgruppe vorbei

6. Februar 2007, 10:04
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Salzburgs erstes offizielles StudentInnenlokal, das Cafè Uni:versum, ist ein Neuzuwachs im Festspielbezirk

Studierende in Salzburg haben es nicht leicht: teure Mieten, teure Bustickets, teure Lokale. Um einen kleinen Beitrag in Richtung StudentInnenstadt zu leisten, hat die Universität Salzburg gemeinsam mit Nestlé im November ein Café eröffnet, dass sich vor allem an Studierende und Uni-Bedienstete richten soll.

Das Uni:versum ist eher unscheinbar im Hof der Hauptbibliothek gegenüber des Festspielhauses angesiedelt. TouristInnen verirren sich hierher - zumindest außerhalb der Festspielsaison - keine, Studierende bei unserem Besuch allerdings auch nicht viele. Das Publikum scheint eine Mischung aus einigen StudentInnen, ProfessorInnen und BibliotheksmitarbeiterInnen zu sein. Was man als Gast wissen muss: Immer das Personal vor der Bestellung daraufhinweisen, dass man StudentIn ist. Denn ist die Rechnung erst mal ausgestellt, gibt es keine Ermäßigungen mehr. Dieses Detail ist nirgends angegeben, sondern erfuhren wir nur durch Zufall. Auch von Ermäßigungen ist auf der Karte nichts zu lesen. Die Bedienung konnte uns auf unsere Anfrage die genauen Preise für Studierende nicht nennen.

Die Einrichtung des Uni:versums ist eine trendige Mischung zwischen Coffeeshop und modernem Café. An der Theke stehen verschiedene Tramezzini und Mehlspeisen zur Auswahl, Heißgetränke gibt es hier auch zum Mitnehmen. Für den kleinen Hunger werden belegte Brötchen um 1,50 Euro angeboten. Die Tages-Suppe kostet 3,30 Euro, das Tagesgericht - bei unserem Besuch Spaghetti al'Arrabiata - 5,90. Ansonsten gibt es auf der Karte kaum warme Gerichte, und auch nur beschränkte Auswahl für VegetarierInnen. Der Kaffee wird nicht frisch gebrüht und schmeckt deshalb "nur wie ein besserer Automatenkaffee" - zum Preis von stolzen 2,80 Euro, für Studierende übrigens 1,90 Euro, wie wir später erfahren - da bleibt man doch lieber beim "echten" Automatenkaffee um 60 Cent in der Bibliothek.

Angenehm ist im neuen Kaffeehaus die ruhige Atmosphäre, überlaufen ist es hier wohl zu keiner Tageszeit. Das Uni:versum ist zwar kein Nichtraucherlokal, die Luft war bei unserem Besuch dennoch nicht verraucht. Ein Plus ist der kostenlose WLan-Zugang, nach dem Besuch in der Hauptbibliothek kann man sich hierher mit Büchern verziehen und gleich zu arbeiten beginnen.

Preisvergleich

Cappucino - 2,70 Euro

Bier 0,3l - 2,40 Euro

Soda Zitron 0,25l - 1,70 Euro

Billigste Speise auf der Karte - Belegte Brötchen um 1,50 Euro

Specials: Tagesgerichte zwischen 4,90 und 6,90 Euro

Bewertung

Studierendenfreundlichkeit: Nicht Gut. Dass es hier Studierendenermäßigungen gibt, erfährt man nur durch KollegInnen - darüber tröstet auch der kostenlose Internetzugang und das nette Personal nicht hinweg.

Ambiente: Sehr stilvolle, urbane Einrichtung, neu und sauber. Auf jeden Fall eine bequeme Alternative zum Lesesaal in der Bibliothek

Preis-Leistung: Mäßig. Die Preise für Speisen gehen für Salzburger Verhältnisse gerade noch. Die Preise für Getränke nur, wenn es dafür Ermäßigungen gibt.

Fazit

Das Problem an Uni:versum ist der Name: Ein selbst ernanntes StudentInnencafè sollte auch sein Angebot für Studierende bekannt geben. Den einzigen Vorsprung, den das Uni:versum im Gegensatz zu den anderen Cafés in der Innenstadt hat ist, dass es (noch) nicht von TouristInnen entdeckt wurde. (Elisabeth Oberndorfer/derStandard.at,13.12.2006)

Uni:versum Nescafè
Hofstallgasse 4
5020 Salzburg
Tel.: +43/662/8044-77900

Email: cafe.universum@sbg.ac.at
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag von 9 bis 21 Uhr

  • Das Uni:versum wurde erst vor einem Monat eröffnet, die Einrichtung ist im Gegensatz zu anderen Kaffeehäusern in Salzburg modern und unverbraucht.
    foto: universität salzburg

    Das Uni:versum wurde erst vor einem Monat eröffnet, die Einrichtung ist im Gegensatz zu anderen Kaffeehäusern in Salzburg modern und unverbraucht.

  • Hier treffen sich nicht nur StudentInnen, sondern auch Uni-Bedienstete zur Kaffeepause.
    foto: universität salzburg

    Hier treffen sich nicht nur StudentInnen, sondern auch Uni-Bedienstete zur Kaffeepause.

  • Weil ihr Lieblingslokal wegen Umbau geschlossen hatte, musste derStandard.at-Redakteurin Elisabeth Oberndorfer auf das kürzlich eröffnete Uni:versum ausweichen - und wurde dabei entäuscht: "Ein Uni-Cafè, das sein Angebot den StudentInnen verschweigt? Geht gar nicht!"
    foto: derstandard.at/zielina

    Weil ihr Lieblingslokal wegen Umbau geschlossen hatte, musste derStandard.at-Redakteurin Elisabeth Oberndorfer auf das kürzlich eröffnete Uni:versum ausweichen - und wurde dabei entäuscht: "Ein Uni-Cafè, das sein Angebot den StudentInnen verschweigt? Geht gar nicht!"

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