Alternative Netzbetreiber fordern raschere Telekom-Liberalisierung

10. Juli 2000, 13:35

Novellierung des TKG und Versteigerung der WLL-Lizenzen gehen zu langsam

Für eine schnellere Telekom-Liberalisierung haben sich am Montag die alternativen Festnetzbetreiber ausgesprochen. "Seit Monaten sei "die dringend notwendige Novellierung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) ausständig", die voraussichtlich heuer auch nicht abgeschlossen werde, kritisierte der Präsident des Verbands Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT), Helmut Schönthaler, in einer Aussendung.

Bei der vor Kurzem eingeleiteten Konsultation zur Novellierung des TKG sei auch für das Problem des fehlenden Instanzenzuges noch immer kein Lösungsvorschlag erkennbar, so Schönthaler. Auf dem Gebiet der Entscheidungen der Telekom-Control-Kommission besteht daher weiterhin für alle Beteiligten ein Zustand großer Rechtsunsicherheit.

Wireless Local Loop

Auch die Versteigerung der Funkfrequenzen für das WLL (Wireless Local Loop - die Überbrückung der "letzten Meile" zum Teilnehmer per Richtfunk) habe sich verzögert und könne erst im kommenden Jahr gestartet werden. Die Novellierung und die Versteigerung der WLL-Lizenzen offenbaren einen "Zeitbegriff, der für die dynamischen Verhältnisse der Branche völlig unzumutbar ist", so Schönthaler.

Da die Ausschreibung der UMTS-Lizenzen nun im Gange sei, würden weitere Versteigerungen "Schlag auf Schlag erfolgen", so Heinrich Otruba, Sprecher der Telekom Control, der ein Versteigerungsverfahren der WLL-Frequenzen im Jänner oder Februar 2001 erwartet. Ein Zurückziehen der Anträge des Festnetzanbieters Callino und des Mobilfunkbetreibers Mobilkom Austria gegen die Entscheidung zur Einstellung des Versteigerungsverfahrens seitens der Obersten Fernmeldebehörde würde das Verfahren beschleunigen. (APA)

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