Melkkuh Autofahrer

Der Staat kassiert 80 Prozent Steuern

Wer eine Tankrechnung genauer ansieht, entdeckt dort den Steueranteil. Bei einer üblichen Tankfüllung von 40 Litern Benzin sind das 24 Euro, also deutlich über 50 Prozent. Das ist aber noch nicht alles. Schon im Vorfeld fallen Steuern an (Einkommens-, Lohn-, Körperschafts-, Gewinnsteuern), sodass der Staat von jedem Liter Benzinrechnung an die 80 Prozent Steuern kassiert.

Das ist eines der größten Hindernisse beim Umstieg auf alternative Energieträger. Wenn man sie genau so mit Mineralölsteuer belasten würde, wären sie so teuer, dass sie gegen fossile Energieträger auf dem Markt keine Chance hätten.

Tanktourismus boomt

Gleichzeitig können es sich die Staatshaushalte gar nicht leisten, auf so gewaltige Mengen an Steuereinnahmen zu verzichten. Der um einige Cent niedrigere Kraftstoffpreis in Österreich wegen etwas geringerer Steuerbelastung gegenüber den Nachbarländern bringt dem Finanzminister enorme Summen wegen des Tanktourismus.

Politiker in der ganzen EU setzen sich deshalb nicht besonders engagiert fürs Spritsparen oder gar für eine Energiewende ein. Auch die Autohersteller halten sich nicht an ihre freiwillige Vereinbarung zum Spritsparen, Stichwort Flottenverbrauchsregelung. Hier wird wohl ein Gesetz kommen müssen, damit etwas weitergeht.

Erdgas kein Lösungsansatz

In diesem Zusammenhang sei noch kurz Erdgas als alternativer Kraftstoff erwähnt. Es ist nur so lange finanziell attraktiv, so lange es nicht mit Mineralölsteuer belastet wird. Selbst wenn das so bleibt, rechnet niemand damit, dass der Marktanteil irgendwann zehn Prozent übersteigen wird.

Erdgas ist auch kein nachhaltiger Lösungsansatz. Es handelt sich wie bei Benzin und Diesel um einen fossilen Kraftstoff. Es verbrennt zwar etwas sauberer als seine flüssigen Konkurrenten, löst aber nicht die CO2-Problematik. (Rudolf Skarics, AUTOMOBIL, 7.12.2006)

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Rudolf Skarics

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