Sampras betritt den Olymp - Manko: Ein Erfolg bei den French Open

10. Juli 2000, 14:12

Die erfolgreichsten Spieler bei Grand Slam-Turnieren

London - Selbst der größte Tennis-Spieler aller Zeiten hat noch unerfüllte Träume. "Einmal in Paris gewinnen, das wäre schön", sagte der neue Weltrekordler Pete Sampras, nachdem er am Sonntagabend mit dem 6:7 (10/12),7:6 (7/5),6:4,6:2-Triumph über den Australier Patrick Rafter in Wimbledon den 13. Grand Slam-Turniersieg seiner Karriere fixiert und Freudentränen vergossen hatte. "Es gibt viele Gründe, warum ich von den Emotionen überwältigt wurde", verriet der 28-jährige US-Amerikaner.

Ein Grund für die ungewohnte Rührung des sonst so coolen Sampras war der Besuch seiner Eltern, die erstmals ins Tennis-Mekka gekommen waren, um die große Stunde ihres Sohnes mitzuerleben. Und dann war da noch die Ungewissheit, ob er wegen einer Fußentzündung überhaupt durchhalten könne. Sampras hatte sich während des Turniers sogar im Krankenhaus behandeln lassen müssen. "In Wimbledon", meinte Sampras, "geht man eben über Grenzen."

Im Blitzlichtgewitter der Fotografen wurde er von den 13.813 Zuschauern für seine historische Leistung mit "standing ovations" gefeiert. Im nächsten Jahr kann der Rasen-König mit seinem achten Sieg im neunten Jahr auch in Wimbledon der Beste aller Zeiten werden.

Sechs Stunden bis zum Weltrekord

Für Sampras war es am Finalsonntag ein hartes und vor allem langes Stück Arbeit, um den 33 Jahre alten Weltrekord des Australiers Roy Emerson, der zwischen 1961 und 1967 zwölf Turniersiege bei Grand Slam-Turnieren gesammelt hatte, auszulöschen. Auf Grund von Regenunterbrechungen dauerte das Herren-Finale fast sechs Stunden.

Nach dem historischen Titel kündigte Sampras an, sich künftig nur noch auf die vier großen Turniere zu konzentrieren. Die Weltrangliste, sagte er, sei nicht mehr so wichtig für ihn. Kein Wunder, 276 Wochen, so lange, wie kein anderer Tennisprofi, stand Sampras an der Spitze der Weltrangliste. Er hat alles gewonnen - nur eben nicht auf dem roten Sand des Grand-Slam-Turniers in Paris.


Die erfolgreichsten Tennis-Spieler bei Grand Slam-Turnieren:

Pete Sampras (USA) - 13 Titel

    Australian Open 1994/1997

    Wimbledon 1993/1994/1995/1997/1998/1999/2000

    US Open 1990/1993/1995/1996

Roy Emerson (AUS) - 12 Titel

    Australian Open 1961/1963/1964/1965/1966/1967

    French Open 1963/1967

    Wimbledon 1964/1965

    US Open 1961/1964

Björn Borg (SWE) - 11 Titel

    French Open 1974/1975/1978/1979,1980/1981

    Wimbledon 1976/1977/1978/1979/1980

Rod Laver (AUS) - 11 Titel

    Australian Open 1960/1962/1969

    French Open 1962/1969

    Wimbledon 1961/1962/1968/1969

    US Open 1962/1969

Bill Tilden (USA) - 10 Titel

    Wimbledon 1920/1921/1930

    US Open 1920/1921/1922/1923/1924/1925/1929


Die 13 Grand Slam-Turniersiege von "Weltrekordler" Pete Sampras (USA) in chronologischer Reihenfolge:

    US Open 1990: Sampras - Andre Agassi (USA) 6:4,6:3,6:2

    Wimbledon 1993: Sampras - Jim Courier (USA) 7:6,7:6,3:6,6:3

    US Open 1993: Sampras - Cedric Pioline (FRA) 6:4,6:4,6:3

    Australian Open 1994: Sampras - Todd Martin (USA) 7:6,6:4,6:4

    Wimbledon 1994: Sampras - Goran Ivanisevic (CRO) 7:6,7:6,6:0

    Wimbledon 1995: Sampras - Boris Becker (GER) 6:7,6:2,6:4,6:2

    US Open 1995: Sampras - Agassi 6:4,6:3,4:6,7:5

    US Open 1996: Sampras - Michael Chang (USA) 6:1,6:4,7:6

    Australian Open 1997: Sampras - Carlos Moya (ESP) 6:2,6:3,6:3

    Wimbledon 1997: Sampras - Pioline 6:4,6:2,6:4

    Wimbledon 1998: Sampras - Ivanisevic 6:7,7:6,6:4,3:6,6:2

    Wimbledon 1999: Sampras - Agassi 6:3,6:4,7:5

    Wimbledon 2000: Sampras - Patrick Rafter (AUS) 6:7,7:6,6:4,6:2

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