EADS: Neuer Gigant der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie

10. Juli 2000, 11:52

Drittgrößter Börsegang nach Deutscher Telekom und Infineon

München - Mit dem Zusammenschluss zum neuen europäischen Flugzeugbaugiganten EADS wollen die Luft- und Raumfahrthersteller Deutschlands, Frankreichs und Spaniens der mächtigen US-Konkurrenz Paroli bieten. Die DaimlerChrysler Aerospace AG (DASA/München) und die französische Aerospatiale Matra hatten am 14. Oktober 1999 ihren Zusammenschluss zum drittgrößten Luft-, Raumfahrt- und Wehrtechnik- Konzern der Welt bekannt gegeben.

Im Dezember schloss sich der spanische Branchenführer CASA der EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) an. Der Dreierbund kommt auf fast 45 Mrd. DM (23 Mrd. Euro/317 Mrd. S) Jahresumsatz und 96.000 Beschäftigte. Rund drei Viertel des Umsatzes entfällt auf den zivilen, etwa ein Viertel auf den militärischen Markt.

Drittgrößter Börsengang

Die Fusion wird mit dem Börsengang vollzogen, der am 10. Juli gleichzeitig in Frankfurt, Paris und Madrid erfolgt. Mit einem Volumen von rund drei Mrd. Euro (41,3 Mrd. S) ist die EADS-Emission der drittgrößte Börsengang hinter der Deutschen Telekom und Infineon. Angeboten wurden 166,5 Mill. Aktien. Der Platzierungspreis beläuft sich auf 19 Euro. Für Privatanleger liegt er bei 18 Euro.

Mit dem Airbus ist der neue Konzern international der zweitgrößte Hersteller von Zivilflugzeugen nach Boeing. Die EADS ist über die Tochter Eurocopter auch die Nummer eins bei Hubschraubern und ein führender Hersteller von Satelliten. Mit den Ariane-Trägerraketen wird zudem das bedeutendste kommerzielle Raumfahrtprogramm betrieben. Geführt wird die EADS, die ihren juristischen Sitz in Amsterdam hat, von einem deutsch-französischen Tandem, das in München und Paris sitzt.

An der Spitze stehen DASA-Chef Rainer Hertrich (50) und Aerospatiale-Matra-Chef Philippe Camus (52). Als aktive Aufsichtsratschefs sollen Manfred Bischoff und Jean-Luc Lagardere die strategische Richtung bestimmen. (APA)

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