Martine Aubry Wunschkandidatin für Jospin-Nachfolge

9. Juli 2000, 21:36

Als Arbeitsministerin will sie zurücktreten

Paris - Sollte der amtierende französische Premierminister Lionel Jospin im Jahre 2002 zum Präsidenten gewählt werden, dann wünschen sich die Franzosen mehrheitlich (28 Prozent) Arbeitsministerin Martine Aubry als seine Nachfolgerin. Dies geht aus einer am Sonntag vom Journal du Dimanche veröffentlichten Umfrage hervor. Auf der Liste der Wunschpremiers folgen Wirtschaftsminister Laurent Fabius (22 Prozent), Justizministerin Elisabeth Guigou (20 Prozent) und Ex-Wirtschaftsminister Dominique Strauss-Kahn (19 Prozent).

Rücktritt als Vorbereitung

Martine Aubry, Tochter des ehemaligen EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors, hat für Oktober ihren Rücktritt angekündigt. Sie will im Frühjahr für das Bürgermeisteramt im nordfranzösischen Lille kandidieren. Bei einem Sieg würde sie Nachfolgerin des früheren sozialistischen Parteichefs Pierre Mauroy - nach allgemeiner Einschätzung eine gute Basis für höhere Aufgaben.

Die Franzosen sollen am 24. September über eine Verkürzung der Amtszeit des Präsidenten von sieben auf fünf Jahre entscheiden. Staatspräsident Jacques Chirac sprach sich in einer Fernsehansprache für ein Referendum aus.

Unterdessen drohen Chirac möglicherweise doch noch Schwierigkeiten wegen des Skandals um Scheinbeschäftigungen in seiner Neogaullisten-Partei RPR während seiner Zeit als Pariser Bürgermeister. Der Staatsanwalt von Nanterre bei Paris, Yves Bot, hat am Freitag vom Kassationsgericht gefordert, ein juristisches Vorgehen gegen den Präsidenten nicht von vornherein auszuschließen. Der Kassationshof solle Einspruch gegen die Entscheidung eines Berufungsgerichts einlegen, das ein solches Vorgehen gegen das Staatsoberhaupt ausgeschlossen hat. (APA/AFP/dpa/red)

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