Vista, ein Drama

Redaktion, 15. Juni 2008, 12:16

10.000 Menschen haben fünf Jahre am Nach­folger von WindowsXP gearbeitet, Milliarden sind in die Entwicklung geflossen - Und kein Hahn kräht so recht danach - eine Analyse

Beinahe wöchentlich, sagen wir monatlich, werden neue Versionen von Software-Applikationen veröffentlicht. Die OpenSource-Gemeinde wirft immer neue kostenlose Produkte auf den Markt. Betriebssysteme, Büroanwendungen, Bildbearbeitungsprogramme – das Internet ist voll von hochwertigen Produkten, deren Aktualität wesentlich zur langfristigen Etablierung beiträgt. Aber auch rein profitorientierte Unternehmen haben längst erkannt, dass die Welt nicht stillsteht nach einem Major-Release und halten regelmäßige Updates für die Anwender bereit.

Gegen den Markt

Und irgendwo steht der unberührte Monopolist. Fünf Jahre hat es gedauert bis das führende Betriebssystem einen Nachfolger erhielt - Windows Vista ist endlich eingetroffen und dennoch nicht der erhoffte Meilenstein. Denn die Zeit hat Spuren hinterlassen, die Funktionen des Systems haben andere lange vorher schon populär gemacht. Dabei hat der Konzern keine Mittel gescheut und alle Hebel in Bewegung gesetzt, um etwas Großes zu schaffen.

Unsummen

Wie ein Kolumnist der San Jose Mercury News schreibt, hat Microsoft rund 10.000 Angestellte für das Projekt abgestellt und geschätzte 10 Milliarden Dollar in die Entwicklung gepumpt. Und trotzdem haben 10.000 hoch qualifizierte Kräfte und Unsummen an Ressourcen nicht ausgereicht die erhoffte Euphorie auf die Konsumenten zu übertragen. Noch haben die wenigsten das finale Produkt gesehen, an den meisten scheint der Umstieg spurlos vorüberzugehen.

Unflexibel

Das Problem wurzelt an der Basis. Wie viele Killer-Features hatten Bill Gates und Steve Ballmer doch im Vorhinein angekündigt, wie wenig konnte schlussendlich realisiert werden. Letzterer musste sogar eingestehen, sich mit Vista übernommen zu haben. Gates Schoßkind WinFS musste fallen gelassen werden. Man weiß Bescheid über die zahlreichen nicht realisierten Träume. Oder wie ein Mitarbeiter gegenüber dem Kolumnisten sagte: "I think about what it could have been".

Es wirkt als wäre der Kern, wären die Grundmauern von Windows erschüttert, als wäre das Gerüst zu alt und bröckelig, um eine moderne Fassade tragen zu können. Die Performance stimmt nicht mehr, alle sonstigen Abstriche wären zu verkraften.

Veränderung

Der Primus Microsoft steht heute am Ende der erfolgreichen IT-Konzerne – nicht weil die Gewinne nicht mehr stimmen oder der Aktienkurs schwankt, das Podest wackelt nicht, nein, weil der Betrachtungswinkel sich geändert hat. Innovativ, flexibel und unkonventionell agierende Softwareunternehmen schicken sich an den konservativen Modellen der Giganten die Schneid abzukaufen. Analysten prognostizieren deshalb mit dem Start von Vista das Ende der langen alten Windows Ära. Und auch Microsoft hat angekündigt neue Wege einzuschlagen und betont Vista wäre das letzte Windows seiner Art. Ein Weg der beschritten werden muss. (Zsolt Wilhelm)

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Jakob Petsovits
 
00
15.6.2008, 22:15
10.000 Entwickler

Zum Vergleich: In der ganzen KDE-Codebasis werkeln ca. 200-250 Leute, die meisten davon weit entfernt von Vollzeitarbeit und auch an Programmen, die nicht im Kern-Desktop vorkommen. Bei GNOME ist es ungefähr ähnlich, wenn ich mich recht entsinne.

Aber natürlich gibts da dann noch einen Haufen andere Komponenten: der Linux-Kernel liegt meines Wissens auch in der Größenordnung von 300-400 Entwicklern, Trolltech ist irgendwo zwischen 100 und 200, und X.org dürfte mittlerweile auch schon im Bereich um die 20-30 sein.

Also wenn man den ganzen Software-Stack schätzt, den ein normaler Linux-Benutzer da so laufen hat, kommt man wohl auch auf mehr als 1000 Entwickler. Aber bei denen ist in den letzten Jahren zumindest was weitergegangen :D

http://gehirnspueler.twoday.net
00
28.1.2008, 20:42

wenn ich hier so die postings lese, dann kommt mir fast vor ein umstieg auf apple wäre für die meisten scheinbar einfacher als der umstieg auf vista.

André Lesage
00
8.11.2007, 13:42
Windows, Linux, Apple: Was solls?

Hauptsache es rennt. Man verbringt die Zeit doch ohnehin in den Anwendungen (bei den einen Officeanwendungen, bei den anderen Musikprogramme, andere als Entwickler in zB Eclipse, etc). Was kümmert mich da das BS?

Mir scheint die Diskussionen über "Ubuntu", "bin endlich weg von Windows", "ich liebe Apple", "neuester Kernel" werden von Leuten geführt die den Computer nicht verwenden sondern nur pflegen.

Seit Java ist das ganze sowieso Powidl.

http://gehirnspueler.twoday.net
00
28.1.2008, 20:30

"hauptsache es rennt"...

damit hast du dir bereits selber widersprochen.

wie kann man diesen satz auch nur irgendwie in die nähe von windows bringen?

jumpingjack flash
00
28.1.2008, 22:07

nun mein win2000 rennt seit jahren problemlos :-)

chelene chirsch
00
8.11.2007, 14:01

es hat auch ein wenig mit identitätsfindung zu tun - etwa im sinne von "jeder mit dieser tätowierung ist ein einzigartiger individualist"... man bedenke nur, wieviele tribals und popo-geweihe die menschen so zieren :)

ich habe beispielsweise momentan 3 macs, etliche linux- und unix-implementierungen, und exotenhardware - alle gleichermassen produktiv oder auch unproduktiv verwendet.

wirklich zeit verbringen tut man doch eh mit dem wacom in der hand oder am micro, oder beim debuggen... in den meisten fällen führt das nebenbei auch das argument des "perfekten workflow"* ad absurdum. :)

da arbeiten aber nebensache ist, muss man um die plattform einen fetisch machen. auch ok ;)



*behauptet jedes os, ob mac oder amiga, von sich....

André Lesage
00
8.11.2007, 16:09

Was soll ich mit Ihnen über dieses Thema diskutieren wenn Sie 3 Macs, etliche Linux ... haben?

Und alles klein schreiben.

chelene chirsch
00
8.11.2007, 17:05

da hättens aber noch einen briefkopf reinmachen können...

lesen sie doch mal den freedom blog, sehr lustig.

http://tinyurl.com/pq2nl

http://www.shelleytherepublican.com/2006/04/2... istan.aspx

André Lesage
00
8.11.2007, 14:16
Identitätsfindung? OK. Aber bitte nicht mit Apple.

Das Problem mit Apple Utensilien ist, das sie Bobo Spielzeug sind und die Besitzer daher outen zwanghafte "Individualisten" einer in Wirklichkeit gleichgeschalteten Konsumkultur zu sein. Mehr noch sind diese Bobos wiederum eigentlich zugereiste Pseudo-Bobos aus den Bundesländern mit bäuerlicher Provinzialität, die diese Herren und Damen neurotisch ständig überwinden müssen indem sie versuchen "individuelle" Bobos zu sein. Dem echten urbanen Individualisten ist diese ganze Dogmatik eher ehschowissen.

zwergzwoundzwanzig
00
20.5.2008, 18:31
...tschuldigung...

wer bin dann ich, in diesem vorurteilschwangeren weldbild? der anti-bobo (ein wiener von geburt an-jawoll!) welcher diese .. wie war die formulierung ... bäuerlicher Provinzialität sucht.

noch ein dummes vorurteil gefällig?

und du bist ein echtes stadtschwammerl, wohnst im siebten, fährst mitm radl/cabrio und beim ersten windstoss schwellen dir die nasenschleimhäute an - oder?

nein? doch nicht - zum glück ists wurscht ....

wenn ich überhÄbliche krätzen nicht so verabscheuen würd ....

http://gehirnspueler.twoday.net
00
28.1.2008, 20:35

wer sich wirklich apple zeug kauft, damit er "individualist" ist, bei dem lauft doch irgendwas falsch, das macht doch eh keiner.

apple designt einfach super und nicht nur das, es bietet auch was hinter dem design.

mir gefallts einfach am besten und apple ist derzeit ohne zweifel eine der innovativsten firmen.

Switch To Mac
 
00
31.10.2007, 21:08
Habe kein Windows Mehr

So, ich habs auch gemacht.
Habe mich sehr lange mit dem Gedanken befasst, einen Mac zu kaufen.
Hatte bis vor kurzem noch einen Asus mit XP.
Habe aber auch von einem bekannten Windows Vista getestet.
Vista wahr ja nicht schlecht, aaaber, das ist es nicht.
Habe dann bei Gravis Mac OS X getestet, schon alleine der Anblick des neuen iMacs hat mich begeistert.
Leopard ist im Gegensatz zu Vista eine Ganz andere Welt.Es ist einfach toll.
Die Übersicht genial ! Features SAUBER. Das Bs ist sehr schnell.
iMac zuhause an mein Modem angeschlossen, ohne Treiber ins Net. Nun verstehe ich was viele ....meinen.
ICH bin wirklich begeistert !!!!!

Kurd Fud
10
20.8.2007, 12:55
Ubuntu etc ist nicht die Lösung!

An alle Linux-Poster: Auf die Vista Kritik zu antworten, dass man selbst zu Hause mit z.B. Ubuntu glücklich ist, ist völlig irrelevant. Die Frage ist doch was man mit den Millionen Rechnern in Firmen jetzt machen soll. Offensichtlich kann man nicht ewig bei einem Betriebssystem bleiben (oder doch?) und die neue Windows Version ist laut Meinungen Schrott. Also was tun?

der Xote
01
31.8.2007, 11:07
*hüstel*

Sie haben die Lösung übersprungen. Linux kann sehr wohl mehr als Microsoft lieb ist.

Erwin Grubstaetter
00
22.10.2007, 17:51

Solange die meisten Linuxanhänger ihre Mission in einem Krieg gegen Microsoft finden wird das nichts. Man sollte alle Energie reinstecken Linux Desktopfähig zu machen um hier aufzuzeigen, dass Alternativen möglich sein.

Mit dem Kopf durch die Wand kommt nicht mal Homer Simpson und das ist das aktuelle Niveau vieler Linuxanhänger!

.

Kurd Fud
00
20.8.2007, 12:39

Mittlerweile viel gelesen über Vista aber den Grund warum 10.000 Mitarbeiter mit 10 Milliarden im Background so straucheln können? Was ist da passiert?

out of order
 
00
17.8.2007, 18:12
Wenn die..

.. Firma Microsoft genau so viel Energie in ihr Betriebssystem gesteckt hätte wie in die Entwicklung des Kopierschutzes währe das BS wahrscheinlich das beste der Welt.

Inf3rnus
01
17.6.2007, 18:56
Endlich weg von Microsoft

Meiner Meinung nach werden die Karten nun wieder (zum Teil) neu gemischt. Apple's Wachstum ist größer als der von Microsoft (laut Apple). Immer mehr Leute auch in meinem Umfeld denken über einen Umstieg nach. Vista wird meiner Meinung nach kaum diese Schar an Kunden halten können die durch XP entstanden sind. Aber wie so oft in dieser Branche könnte es natürlich auch ganz anders kommen.....

Kakadu89
05
Die Krux...

... an dem ganzen ist, dass sich Microsoft (als beinahe-Monopolist auch verständlich) nie angeschickt hat, seine Produkte in irgendeiner Weise kompatibel zu machen.

Weder kann man .odf im Microsoft Office öffnen, noch hat sich der IE jemals an die vom W3-Consortium herausgegebenen Standards gehalten.

Microsoft hat in den vergangenen Jahren den Weg der Isolation und Einschränkung des Users begangen.

Dafür zahlen sie nun den Preis.

Euphistos
02
10.3.2007, 11:31
in irgendeiner Weise kompatibel

Genau DAS ist der springende Punkt. Ich dürfte bei einem Upgrade auf VISTA fast die gesamte käuflich erworbene Soft- und Hardware austauschen. Der Rechner selbst ist, da ziemlich neuwertig und stark, zwar upgradetauglich, aber das Rundherum ist aus der Sicht von VISTA nur noch Müll. Ein Umstieg auf das neue Betriebssystem wäre mit horrenden Kosten verbunden und würde einwandfrei funktionierende Hard- und Software zu Müll deklarieren. Ein Wahnsinn!

Mike Webman
00
Nur ein aufgebrezeltes Windows NT...

...mit allerhand Schnickschnack und Spyware versehen. Der (dumme) Riese Microsoft scheint zu keiner wirklichen Innovation mehr fähig, alles dauert elendslang und die neuen Produkte sind voller Fehler.
WINDOWS NIXDA ist deshalb kein Renner!

kaotixx
 
10
31.12.2006, 18:47
Oh yea,yea,yea

Der letze Mist ist Vist - a
Kauft ULTEO ! Ach so das ist ja völlig umsonst aber 10 mal leisungsfähiger!!
Mit minimalen Hardwareanforderungen.

Grünwähler
00
17.12.2006, 22:17
Gelungener Artikel

Also ich brauch Windows Vista nicht, ich hab auf meinem etwas älteren Notebook (1300Mhz Pentium M) Ubuntu installiert, es läuft schnell, sauber, sicher und schaut toll aus, ich habe für alles was ich brauche ein Programm.

Noch dazu ist Ubuntu gratis, ich bin doch nicht blöd und kauf mir um 400 Euro ein Betriebssystem, das dann auf meinem PC sowieso nicht ordentlich läuft.

Erich Nietz
00
12.12.2006, 21:12
Lieber Wilhelm

Für dich ein Drama für mich nicht. Unscheinbare Dinge wie die Unterstützung von Hybridplatten sind durchaus Dinge für die sich der Umstieg lohnt.
Was wollen die MS Basher wirklich.
Ein Betriebssystem das mehr Kann, doppelt so schnell ist und weniger Resourcenverbrauch als die Vorgängerversion hat?
Ein echtes Drama solche Vorgaben.

Stechus Kaktus
12
17.12.2006, 14:13

... die von mehreren Betriebssystemen relativ locker erfüllt werden.

Und diese Systeme haben auch noch einen Vorsprung in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Workflow.

Lieber MS Fanboy: MS hat einmal mehr vor allem bei Apple agekupfert (Selbst Icons im MS Onlinestore hat man einfach kopiert, so dass man sie bald entfernen musste) und dennoch hat MS es nicht geschafft, etwas annähernd vergleichbares zu schaffen.
Statt Vista müsste es "XP SP3 inspired by Mac OS" heissen.

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