Studieren an europäischen FHs

13. Juli 2007, 11:49
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Im deutschsprachigen Ausland gibt es ein breites Angebot an FH-Studien, das dank Bologna und EU auch für Österreich greifbar ist

Vor elf Jahren öffneten in Österreich die ersten Fachhochschulen. Im Nachbarraum gibt es die berufsorientierten Hochschulen jedoch schon wesentlich länger: Bereits in den späten 60-er Jahren wurden Fachhochschulen in Deutschland eingeführt. Dementsprechend breit ist auch das Studienangebot, das immer mehr Studierende aus dem Ausland lockt.

Anteil ausländischer Studierender steigt

Waren im Jahr 1991 noch 5,4 Prozent an den deutschen Fachhochschulen aus dem Ausland, so waren es nach einer Statistik des Wissenschaftsrats im Jahr 2000 schon 8,4 Prozent. Im Wintersemester 2005/2006 besuchten insgesamt 518.264 Studierende eine staatliche, private oder kirchliche Fachhochschule. Derzeit befinden sich 99 staatliche Fachhochschulen in Deutschland, die meisten davon im Bundesland Baden-Württemberg.

Wer sich für ein Fachhochschulstudium in Deutschland entscheidet, kann aus über 2.000 Studienrichtungen wählen. Die wichtigsten Fächergruppen sind dabei Wirtschaftwissenschaften und Ingenieurwissenschaften. Durch den Bologna-Prozess sind auch in Deutschland der Großteil der Studienpläne in Bachelor- und Masterstudien aufgeteilt worden.

Beiträge und Gebühren

Die Studiengebühren werden durch die jeweiligen Bundesländer geregelt. In Bayern werden so zum Beispiel neben den üblichem Semesterbeitrag von 85 Euro (50 Euro Verwaltungsgebühr und 35 Euro Studentenwerksbeitrag) ab dem Sommersemester 2007 Studiengebühren in der Höhe von 500 Euro pro Semester eingehoben. Auch in Hamburg und Baden-Württemberg müssen Studierende ab kommendem Semester zahlen, von den Studiengebühren blieben bisher unter anderem noch Berlin und Sachsen-Anhalt verschont.

Für FreemoverInnen, also jene, die nicht im Rahmen eines Austauschprogramms einer österreichischen Fachhochschule oder Universität ein Auslandssemester absolvieren, gelten dieselben Aufnahmeregelungen wie für deutsche BewerberInnen. Zugangsvoraussetzung ist ein mit dem deutschen Abitur vergleichbarer Abschluss. Auch wenn die Bewerbung als EU-BürgerIn nicht wesentlich aufwändiger ist, sollten vorab Informationen beim Auslandsamt der jeweiligen Fachhochschule geholt werden, um keine Fristen zu versäumen.

Schweizer Fachhochschulen

Die Fachhochschullandschaft in der Schweiz ist zwar wesentlich kleiner, jedoch wesentlich diversifizierter. 1995 wurden sämtliche höhere Fachschulen in sieben Fachhochschulen zusammengefasst, daneben wurden in den letzten Jahren zwei private Fachhochschulen eröffnet. Die Fachhochschule Westschweiz ist mit 11.760 Studierenden 2005/2006 die größte des Landes.

Als allgemeine Voraussetzung gilt ein mit der Berufsmaturität, also der Berufsreifeprüfung, oder der gymnasialen Maturität vergleichbarer Abschluss. Über die Anrechenbarkeit entscheidet die jeweilige Fachhochschule. Wer zwar keine Reifeprüfung, jedoch mehrjährige Berufserfahrung vorweisen kann, hat die Möglichkeit durch eine Zusatzprüfung zum Studium zugelassen zu werden.

Stark unterschiedliche Regelungen

Die Studiengebühren sind hier nicht nur in den einzelnen Kantonen, sondern auch in den jeweiligen Hochschulen unterschiedlich. Neben einer Anmeldegebühr von 100 Schweizer Franken werden zum Teil auch Einschreibe- und Prüfungsgebühren zwischen 50 und 150 Franken verlangt.

Die eigentlichen Studiengebühren liegen zwischen 500 und 100 Franken. Für ausländische Studierende werden zum Teil höhere Gebühren verlangt, eine einheitliche Regelung gibt es hierbei noch nicht. Deshalb ist auch hier für jene, die ein Vollzeitstudium in der Schweiz anstreben, das Auslandsamt der gewünschten Fachhochschule die beste Kontaktstelle. (lis)

    <p>Bildung kennt keine Grenzen: EU-BürgerInnen können ihr Vollzeitstudium auch an Fachhochschulen anderer Mitgliedsstaaten absolvieren. </p>
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