Richtiges Handeln im Fall der Fälle

13. Juli 2007, 12:28
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Der Uni-Lehrgang für Krisen- und Katastrophenmanagement an der Umit

Bereits zum dritten Mal startet im März 2007 ein viersemestriger Lehrgang, der seine Teilnehmer berufsbegleitend für den Umgang mit Katastrophen, Krisen- und Notsituationen rüstet. Wirtschaftskrisen, Großschadensereignisse und Naturkatastrophen führen weltweit zur Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften mit umfassenden Kenntnissen in diesem Bereich.

Tragische Ereignisse wie das Grubenunglück in Lassing 1998 oder die Gletscherbahnkatastrophe in Kaprun 2000 haben auch hier zu Lande gezeigt, wie unterschiedlich gut Notsituationen bewältigt werden können. Konzipiert ist die Ausbildung für alle, die beruflich ökonomische und soziale Krisen zu bewältigen haben, vom Manager oder Bürgermeister bis hin zum Pfleger.

Neben dem Management von Naturkatastrophen wird auch das betriebswirtschaftliche Umfeld behandelt. "Wir legen größtes Augenmerk auf die Prävention, denn im Vorfeld kann man am meisten für die Krisenresistenz eines Unternehmens tun", sagt Alexandra Kulmhofer, stellvertretende wissenschaftliche Leiterin. Will man im Ernstfall effizient agieren, sollten zuvor die richtigen Konzepte, Strategien und Krisenstäbe aufgestellt sein, denn "in der Krise selbst hat man keine Zeit, zum Experten zu werden".

Unter den Teilnehmern beträgt der Frauenanteil nur knapp über fünf Prozent. Allerdings sei die Quote steigend, wie die Anmeldungen für den nächsten Lehrgang bereits zeigen. Ob männlich oder weiblich, nach den sechs Modulen wissen alle über das menschliche Verhalten in Extremsituationen, den Aufbau und die Leitung eines Krisenstabes, technologische Risken und Stressmanagement genauso Bescheid wie über die richtige Krisen-PR. Letztere sei ein zentraler Aspekt der Ausbildung, so Kulmhofer, denn sie sei schlicht essenzieller Bestandteil eines gelungenen Notfallmanagements.

Intervention in Echtzeit

Im praktischen Teil soll das Erlernte in Extremsituationen unter Beweis gestellt werden. So waren die Teilnehmer des laufenden UMIT-Lehrgangs im Oktober an Bord des einzigen österreichischen Bergungsschiffes "MS Moewensteert" im Golf von Triest im Einsatz. Im Zuge der Ausbildungsfahrt mussten sie in Echtzeit komplexe Situationen analysieren und Interventionsstrategien entwickeln. In Kooperation mit der italienischen Rettungsküstenwache galt es beispielsweise, eine Suchaktion zu koordinieren und dabei keine sozialen Konflikte am Schiff selbst entstehen zu lassen. Stress und physische Belastung sind dabei vonseiten der Lehrgangsleitung durchaus gewollt. Eigentlich konsequent, wird doch vier Semester lang gelehrt, möglichst nichts dem Zufall zu überlassen. (jh/DER STANDARD Printausgabe, 2./3. Dezember 2006)

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