Wie die Globalisierung Hannes und Paul erfasst

5. Jänner 2007, 11:20
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Siebzehn Autoren legen in teils sehr kurzen, teils längeren Beiträgen ihre Sicht zu "Macht Recht Global" dar

Wenn die Bawag ein Buch herausgibt mit dem Titel "Macht Recht Global" und damit ihre seit 1996 bestehende Reihe in der Edition Literatur erweitert, dann regt jedes einzelne Schlagwort zu Assoziationen an. Von diesen Begriffen haben sich auch siebzehn Autoren leiten lassen, die in teils sehr kurzen, teils längeren Beiträgen ihre Sicht der Dinge formulieren.

Dabei kommen - neben den üblichen, erwartbaren Plädoyers wie von Attac-Österreich-Mitbegründer Christian Felber - interessante Thesen zustande: Etwa, wenn der Politikwissenschafter Anton Pelinka für mehr und nicht weniger Globalisierung plädiert. Pelinka sieht darin auch ein Mittel gegen den Nationalismus, den er als "lebendiger denn je" beschreibt. Er analysiert nüchtern, dass Globalisierung stattfindet und es keinen Sinn macht, sich aufzuregen.

Was den Sammelband aber besonders macht, sind jene Beiträge, die aus dem Raster fallen: Etwa jener des Schriftstellers Michael Chobot, der es in pointierter Form schafft, einen Bogen zu spannen von seiner Kinderheit bis in die SMS- und E-Mail-geprägte heutige Zeit und schließlich dabei landet, sich einen Urlaub ohne Strom zu wünschen.

Barbara Neuwirth versteht es, Globalisierung in Gesprächen zwischen Hannes und seinem Neffen Paul auf die persönliche Ebene zu bringen. Keine leichte, aber eine lohnende Lektüre ist der Beitrag des Islamwissenschafters Bassam Tibi, der die Neubelebung der islamischen Scharia im Konflikt mit der universellen Geltung des Rechts darstellt. Die Mischung macht diesen Sammelband aus, der es schafft, den Begriff Globalisierung fassbarer macht. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.12.2006)

  • Bawag P.S.K. (Hg.): Macht Recht Global. Chancen für Sicherheit und Gerechtigkeit
Verlag Ueberreuter, Wien 2006
160 Seiten, 14,95 Euro

    Bawag P.S.K. (Hg.): Macht Recht Global. Chancen für Sicherheit und Gerechtigkeit
    Verlag Ueberreuter, Wien 2006
    160 Seiten, 14,95 Euro

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