Besser kochen mit Wasser

31. Jänner 2007, 14:21
posten

Obwohl die Kreditkon­ditionen zur Konkurrenz immer ähnlicher werden, drängt die RLB NÖ-Wien massiv auf den Wiener Wohnbaumarkt

Abteilungsleiter Wolfgang Heidl im Gespräch mit Gerhard Rodler.

***

STANDARD: Sie sind der neue Abteilungsleiter für Projekt- finanzierung Wohnbau. Was wollen Sie anders machen?

Wolfgang Heidl: Zunächst einmal: Die RLB NÖ-Wien ist schon jetzt auf einem äußerst dynamischen Erfolgskurs. Das ist auch in meinem Bereich der Fall. Es gilt, diesen Weg weiter zu beschreiten. Die Zielsetzung ist: Wir wollen die beste Beraterbank sein und wollen im Bereich der groß-volumigen Wohnbaufinanzierung ganz vorn mitmischen.

STANDARD: Ist Ihr Ziel, auch im Wiener Raum ganz vorn dabei zu sein, derzeit nicht eher noch ein Wunschdenken?

Heidl: Definitiv nicht. In den letzten Jahren ist es uns gelungen, zur Nummer drei am Wiener Wohnbaufinanzierungsmarkt aufzusteigen. Wir haben uns als klare Alternative zu den beiden großen Mitbewerbern positioniert. Diese Positionierung wollen wir festigen: Aus den Big Two werden die Big Three.

STANDARD: Dieser Weg geht nur über die Kondition. Nur weil Sie ein netter Mensch sind, wird wohl kein Bauträger plötzlich zur RLB NÖ-Wien wechseln.

Heidl: Eines ist klar, auch im Bereich der Wohnbaufinanzierung kochen alle nur mit Wasser. Das heißt, so großartig unterschiedlich sind die angebotenen Kreditkonditionen dann auch wieder nicht. Seit Basel II schon gar nicht. Die Zins- und Konditionenpolitik wird seitdem in den Grundzügen bereits vorgegeben.

STANDARD: Und wie wollen Sie Ihre Mitbewerber überholen?

Heidl: Kondition ist Voraussetzung, Beratung und Service sind eine Differenzierung zum Mitbewerb. Wir sind die Beraterbank. Das bedeutet, dass wir vor allem auch im Bereich Service und Dienstleistung punkten wollen.

STANDARD: Konkret wie?

Heidl: In Form von schnellen und nachvollziehbaren Kreditentscheidungen. Bei uns gibt es einen unkomplizierten Draht zu den obersten Entscheidungsträgern und damit kurze Entscheidungswege. Ich glaube, da unterscheiden wir uns sehr gut von so mancher Megabank - unsere Zentrale ist in Wien. Andererseits haben wir vor allem in Niederösterreich einen besonders starken Zugang zum Markt. Das kommt uns bei der Kundenakquisition ebenso zugute, wie es unseren Finanzierungskunden, den Bauträgern, zugute kommen kann. Konkret heißt das: In Zukunft werden wir beim Marketing auf aktive Zielgruppenpolitik setzen.

STANDARD: Es gibt keine Bank, die ihre Kunden nicht unterstützen möchte.

Heidl: Mag sein. Aber nur wir haben beispielsweise das Softwarepaket "Profi". Damit bieten wir unseren Kunden ein einzigartiges Entscheidungstool am österreichischen Finanzierungsmarkt. Dieses Immobilienbewertungsprogramm bietet Möglichkeit für umfangreiche Analysen eines Wohnbauprojektes. Kritische Parameter eines Projektes können aufgezeigt werden. Damit ist eine frühzeitige Unterstützung bei der Konzeption der Projekt- und Finanzierungsstruktur zum Vorteil des Kunden möglich.

STANDARD: Sie überlassen die Kreditentscheidung also einem Computerprogramm?

Heidl: Das Programm wird unterstützend eingesetzt. Das ist für unsere Kunden deshalb so interessant, weil auf Benchmarks zurückgegriffen werden kann, die sich vom realen Marktgeschehen ableiten. An die 1400 Projekte wurden mit diesem Programm bereits durchgerechnet. Jede einzelne Beurteilung generiert neue und aktualisierte Marktdaten. Im Übrigen spielen bei unseren Entscheidungen auch die so genannten Soft Facts eine Rolle: also persönlicher Eindruck, Managementfähigkeiten und Track-Record. Es geht um lang anhaltende Partnerschaften. Vertrauen ist hier ein wesentlicher Faktor, Verlässlichkeit ein weiterer. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2./3.12.2006)

  • "Auch im Bereich der Wohnbaufinanzierung kochen alle nur mit Wasser. So großartig unterscheiden sich die angebotenen Kreditkonditionen nicht", so Wolfgang Heidl.
    foto: rlb nö-wien

    "Auch im Bereich der Wohnbaufinanzierung kochen alle nur mit Wasser. So großartig unterscheiden sich die angebotenen Kreditkonditionen nicht", so Wolfgang Heidl.

Share if you care.