Optimismus trotz Schneemangel

26. Jänner 2007, 15:44
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Die Tourismusregionen in Österreich sehen dank guter Buchungslage optimistisch in die kommende Skisaison

Wien - Österreichs Tourismusbranche ist trotz des aktuellen Schneemangels und der warmen November-Temperaturen optimistisch für die angelaufene Wintersaison 2006/07 (November bis April). Die Buchungslage sei durchwegs gut, ergab ein APA-Rundruf bei den Landestourismusbüros. Dennoch warten die Skigebiete weiter sehnsüchtig auf Schneefall und tiefere Temperaturen.

Der österreichische Wintertourismus hänge aber nicht nur am Schnee, meinte die neue Chefin der Österreich Werbung, Petra Stolba, auf APA-Anfrage: "Der österreichische Tourismus hat aus der Vergangenheit gelernt und stellt sich heute mit einem differenzierten Winterangebot dar, das nicht mehr nur an Schnee gebunden ist." Selbstverständlich hoffe man derzeit aber auf Schnee und darauf, dass sich auch dieser Winter dank sehr guter Buchungslage positiv entwickeln werde, so Stolba.

Der Ausblick auf die Wintersaison sei gut, aber nicht überschwänglich optimistisch, man warte auf Schnee, so der Tenor der Touristiker. Ab 23. Dezember sei man "einigermaßen ausgebucht", wenn kein Schnee falle, werde man allerdings die frühen Dezemberbuchungen wieder verlieren, meinte zuletzt der Obmann der Tourismussparte in der Wirtschaftskammer Österreich, Johann Schenner. Auch der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung, Sepp Schellhorn, ist trotz der derzeit grünen Hänge auf den Skipisten optimistisch und erwartet für den laufenden Winter ein Umsatzplus von 15 Prozent.

Teilbetrieb in Tirol

Die Tiroler Touristiker sind zwar mit der Buchungslage für die kommende Wintersaison generell zufrieden, die Schneelage sei aber nicht sehr erfreulich, so der Tourismusverband in Ischgl. Zum Saisonopening werde man versuchen, zumindest einen Teilbetrieb zu ermöglichen. In Sölden wurde das Rennen zum Weltcup-Auftakt abgesagt und es gab viele Stornierungen, auch für den November, so die Sprecherin des dortigen Tourismusverbandes. In Kitzbühl sieht man die sich anbahnende Flaute nach den letzten beiden Rekordwintern mit einiger Gelassenheit. Die Nachfrage sei im Allgemeinen sehr gut. In Seefeld sind noch keine Lifte in Betrieb, der Saisonstart am 8. Dezember sei noch nicht gesichert.

Gute Buchungslage in Kärnten

Das Bundesland Kärnten setzt diesen Winter auf eine Mischung aus Skifahren, Familie und Wellness und ist mit der Buchungslage durchwegs zufrieden. "Über Weihnachten sind wir voll, es gibt da und dort Restplätze", so Dieter Adametz, Marketingleiter der Katschberg-Rennweg Marketing GmbH. Katschberg lockt in dieser Saison mit speziellen Familienangeboten. Auch in Heiligenblut-Großglockner setzt man auf Angebote für den Nachwuchs. Kinder bis zum zehnten Lebensjahr dürfen gratis mit dem Lift fahren. "Die Buchungslage ist besser als im Vorjahr", freut sich der Büroleiter des Tourismusverbandes, Bernhard Pichler. Auf der Sonnalpe Nassfeld ist die Vorsaison bereits wegen Schneemangels ausgefallen, das große Winter-Opening am Wochenende vom 1. bis 3. Dezember musste abgesagt werden. Die Woche vom 30. Dezember bis 6. Jänner sei jedoch sehr stark gebucht, hieß es bei der Tourismusinformation.

Niederösterreich ist zufrieden

Die Buchungslage zu Weihnachten und über Silvester in den "klassischen" Wintersportgebieten des Landes wird von der Niederösterreich-Werbung als generell gut bezeichnet. Was noch fehlt, sei der Schnee. Generell ist laut Niederösterreich-Werbung ein Trend zu immer kurzfristigeren Buchungen zu erkennen. Vor allem Gäste aus Wien würden spontan nach Schneelage entscheiden. Die Zahl der Gäste aus Ungarn, Polen und Tschechien steigt stetig. Im Mostviertel sind in den Wintersportorten zu den Weihnachtsfeiertagen und über Silvester nur noch vereinzelt Zimmer frei. Restlos ausgebucht sind die Weihnachtsferien in den Wintersportorten der Wiener Alpen und auch im Waldviertel wird die Situation als "sehr zufrieden stellend" bezeichnet. Einige Betriebe sind schon voll. Ebenfalls "Hochsaison" herrscht im Winter in den Gesundheitsbetrieben des Waldviertels.

Hoffen auf nächsten Rekordwinter in Salzburg

Die Touristiker des Landes Salzburg hoffen auf den achten Rekord-Winter in Folge, die Buchungslage ist laut Leo Bauernberger - Geschäftsführer des Salzburger Land Tourismus Gesellschaft (SLTG) - exzellent. Wie überall wartet man aber auch in Salzburg auf Schnee. Die Skiregionen Salzburgs sind sehr zufrieden, der erste Schnee Anfang November "hat zu einem erhöhten Nachfragedruck geführt", berichtet Hans Wallner, Geschäftsführer der Europasportregion Zell am See. Wolfgang Breitfuß, Geschäftsführer des Tourismusvereins Saalbach-Hinterglemm, berichtet von einer besseren Auslastung als im Vorjahr. Aufgrund des fehlenden Schnees stagniere zwar die Nachfrage für die Openings, aber die längerfristige Buchungssituation sei nach wie vor "sensationell". Auch in der Sportwelt Amade zeigt man sich optimistisch, das Vorjahresergebnis von 2,6 Millionen Nächtigungen wieder zu erreichen. Obertauern spricht von einer fast 100-prozentigen Auslastung ab Weihnachten mit einige Lücken Ende Jänner, die sich aber durchaus noch füllen ließen.

Alternative Wintersportarten in Oberösterreich

Auch in Oberösterreich sei man laut OÖ. Tourismus "sehr zufrieden" mit der bisherigen Anfragesituation. Zwischen Weihnachten und Neujahr seien viele Quartiere schon ausgebucht. Schwerpunkt für den oberösterreichischen Wintertourismus bleiben die Familienangebote. Ein neuer Trend sind Wintersportarten wie Skitouren-Gehen oder Schneeschuh-Wandern. Wellness und Gesundheit rangieren in der Beliebtheitsskala nach wie vor weit oben und werden oft mit einem Skiurlaub verbunden. Sorgen wegen der grünen Pisten machen sich die Touristiker vorerst nicht. Sie vertrauen darauf, dass die weiße Pracht sich noch rechtzeitig einstellen wird. Optimistisch ist man in dieser Hinsicht auch in Hinterstoder, wo wenige Tage vor Weihnachten der Weltcup-Zirkus Station machen soll.

Optimismus auch in Vorarlberg

In den Vorarlberger Urlaubsorten wurden für die heurige Wintersaison 70 bis 80 Mio. Euro investiert. Punkten will das Tourismusland Vorarlberg vor allem mit einem Plus an Komfort, Angebotserweiterungen und stilvollem Ambiente. So öffnete etwa in Lech am Arlberg eine rauchfreie Skihütte ihre Pforten. Auch die Aufstiegshilfen werden bequemer und die Skigebiete setzen zunehmend auf beheizbare Sessellifte. Hinsichtlich der Buchungslage zeigen sich die Tourismus-Betriebe trotz des Schneemangels zuversichtlich. In der Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag und auch im Februar seien die Unterkünfte sehr stark gebucht. Der Trend zu immer kurzfristigeren Buchungen ist auch hier zu beobachten, berichten die Beherbergungsbetriebe.

Guter Start in der Steiermark

Nach dem ersten Kälteeinbruch zu Allerheiligen hat man in den steirischen Skigebieten bereits auf den zehnten Rekordwinter in Folge gehofft. Momentan wartet man aber auch hier auf Schnee. Für Weihnachten und Silvester seien nahezu überall noch Kapazitäten frei. Die Steirische Tourismusgesellschaft (STG) spricht von einer "durchwegs guten Anfangssituation". So auch die Dachstein-Tauern-Region, für die die Saison, wie jedes Jahr, erst so richtig ab Weihnachten anfange. Auch im Steirischen Thermenland gehe es erst ab 26. Dezember in den Wellnesshotels so richtig los, erklärte Franz Rauchenberger vom Thermenland. Eine "sehr positive Erwartungshaltung" habe man im Ausseerland-Salzkammergut, so Ernst Kammerer vom Tourismusverband. Es gebe sogar mehr Anfragen als im Vorjahr. Für die späteren Winterwochen gebe es aber nach wie vor genügend Unterkünfte. Vor allem die Nachfrage für Hüttendörfer sei besonders stark. Auch in der Dachstein-Tauern-Region seien sie gut gebucht, da sie einerseits das Bedürfnis nach Privatsphäre und Romantik erfüllen und andererseits Komfort bieten würden, sagte Georg Bliem, Geschäfstführer der STG. (APA/red)

  • Noch wartet man in ganz Österreich auf Schnee.
    foto: tiscover.at

    Noch wartet man in ganz Österreich auf Schnee.

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