Serbien: Mobilkom will in fünf Jahren 20 Prozent Marktanteil

18. Jänner 2007, 19:12
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Die Telekom-Tochter überweist den Kaufpreis von 320 Millionen Euro für die Handy-Lizenz und unterzeichnet den Vertrag

Wien - Die Mobilfunktochter der börsenotierten Telekom Austria (TA), die Mobilkom Austria, will in Serbien binnen fünf Jahren einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent und 2,5 Mio. Handykunden erreichen. Der Kaufpreis in Höhe von 320 Mio. Euro für die dritte serbische Handylizenz, für die die Mobilkom Anfang November den Zuschlag bekommen hatte, sei gestern überwiesen worden, bestätigte TA-Sprecherin Elisabeth Mattes. Am Freitag werde die Lizenz erteilt und der Vertrag unterzeichnet.

Investitionen

Bis 2009 will die Mobilkom in den Netzaufbau rund 250 Mio. Euro investieren. Die gesamte Investitionssumme in Serbien beläuft sich damit vorerst auf knapp 600 Mio. Euro. Die Mobilkom wird in Serbien neben der Telekom Serbija und Telenor als dritter Betreiber an den Start gehen, die beiden bereits tätigen Mobilfunker haben gemeinsam mehr als 6 Mio. Handykunden.

Der serbische Minister für internationale Wirtschaftsbeziehungen, Milan Parivodic, sieht den Markteinstieg der Mobilkom als großes Greenfield-Investment in Serbien, das mehr Wettbewerb in den Telekommarkt bringen, die Qualität der Dienste steigern und die Preise senken werde, wie die Belgrader Presseagentur Beta berichtet.

Erstes positives Ergebnis 2009

Die Mobilkom wird mit ihrer serbischen Tochter im April oder Mai "on air" gehen. Den Namen bzw. die Marke der Gesellschaft gibt die Mobilkom noch nicht bekannt. Der operative Betrieb muss laut Lizenzbedingungen jedenfalls innerhalb der nächsten sechs Monate - also bis spätestens Anfang Mai 2007 - gestartet werden. 2009 soll die neue Tochter erstmals ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie einen positiven Free Cash Flow erwirtschaften.

41 Prozent der Umsätze der Telekom Austria-Gruppe entfallen bereits auf die Handytöchter in Bulgarien, Kroatien, Slowenien und Liechtenstein, die zuletzt für kräftige Umsatz- und Ergebniszuwächse gesorgt haben.

Im Zuge ihrer weiteren Südosteuropa-Expansion hat die TA zuletzt auch ein Angebot für die Telekom Srpske in serbischen Landesteil von Bosnien-Herzegowina gelegt, die zu 65 Prozent verkauft werden soll. Ministerpräsident Milorad Dodik erwartete zuletzt einen Mindesterlös von 400 Mio. Euro. Neben der Mobilkom ist nur noch die Telekom Srbija an der Telekom Srpske interessiert, die im Festnetz- und Handybereich tätig ist und 2005 einen Umsatz von 180 Mio. Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 60 bis 65 Mio. Euro erzielte. Das Unternehmen hat 570.000 Handy- und 350.000 Festnetz-Kunden. (APA)

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    foto: standard/robert newald
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