Installationen in einer Gegend

6. Februar 2007, 15:32
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Menschen aus dem Nichtkunstuniversum beachteten vor allem den Maroniofen

Dass der Karlsplatz eine Gegend ist, hat Otto Wagner irgendwann einmal erkannt - und sobald man über die Gestaltung des Platzes spricht, poppt der Sager seither auf. Gerade so, als wäre das die Entschuldigung dafür, dass der Platz / die Gegend eine Problemzone ist - egal, wie of man das Vokabel "Kunstplatz Karlsplatz" dazu stellt.

Plastiksackerl

Den Satz mit der Gegend, erklärte deshalb Kunsthallenchef Gerald Matt, könne er schon nicht mehr hören, stattdessen wolle er zur Gestaltung der Karls-Gegend beitragen: Unter dem Titel "public space" expandiert die Kunsthalle an den Straßenrand (mit einer 10.000-Plastiksack-Installation von Pascale Marthine Tayou) und behübscht die hässliche Fassade gegenüber dem Kunsthallen-Café (mit Fotos von Ryan McGinley).

Und oben, an der Halle selbst läuft ein Text-Leuchtband von Franzobel. "Die Kunst ans Leben heranbringen," wolle er, sagte Matt bei der Präsentation. Freilich: Menschen aus dem Nichtkunstuniversum beachteten vor allem eine Kurzzeit-Installation: Den Maroniofen. Die Maroni waren nämlich gratis. (rott, DER STANDARD Printausgabe, 01.12.2006)

  • Maroni und Kunst im öffentlichen Raum: Franzobel und Matt auf dem Karlsplatz
    foto: rottenberg

    Maroni und Kunst im öffentlichen Raum: Franzobel und Matt auf dem Karlsplatz

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