Neue Hoffnung im Kampf gegen Aids

8. Juli 2000, 13:37

Präparat reduziert bei Schwangeren Ansteckungsgefahr für das Kind

Chicago/Durban - Einen Tag vor dem Beginn der 13. Internationalen Aids-Konferenz im südafrikanischen Durban haben US-WissenschafterInnen am Samstag wichtige Testerfolge bei der Entwicklung eines Aids-Medikamentes verkündet. Wie das Magazin der American Medical Association vorab berichtete, konnten die ForscherInnen mit der Beigabe des Krebsmedikamentes Interleukin-2 die Wirksamkeit von herkömmlichen Aids-Cocktails steigern. Sie hoffen nun, dass die Überlebenschancen von Aids-Patienten durch diese Substanz verbessert werden.

Unterdessen begrüßte das UN-Programm UNAIDS am Samstag die Ankündigung eines deutschen Pharmaunternehmens, HIV-infizierten Schwangeren in Entwicklungsländern kostenlos ein Präparat zur Verfügung zu stellen, mit dem die Ansteckungsgefahr für das Kind reduziert werden soll. Boehringer Ingelheim hatte am Freitag bekannt gegeben, das Aids-Mittel Nevirapine (auch bekannt als Viramune) in Entwicklungsländern in den kommenden fünf Jahren kostenlos anzubieten, um zu verhindern, dass sich Säuglinge bei der Geburt mit dem tödlichen Virus infizieren. Dieses Angebot sei eine Hoffnung für viele Millionen Frauen, sagte UNAIDS-Leiter Peter Piot.

Hoffnungen lösten auch die Testerfolge der amerikanischen Wissenschafter aus. Die Studie umfasste Tests an 78 Patienten. Ihnen wurden verschiedene Medikamentencocktails gegen Aids verabreicht. (APA)

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