Jugend mit zunehmendem Alter offener für andere Kulturen

Redaktion, 8. März 2007, 16:25

Junge MigrantInnen sind laut einer Studie eher um Freundschaften mit einheimischen Jugendlichen bemüht als umgekehrt

Wien - Jugendliche werden mit zunehmendem Alter immer offener für Freundschaften mit Personen anderer Muttersprache. Das zeigt eine Studie der Erziehungswissenschafter Justine Scanferla und Roman Lehnert in der Fachzeitschrift "Erziehung und Unterricht". Für die Untersuchung wurden knapp 700 Jugendliche mit türkischer, serbisch/serbokroatischer bzw. deutscher Muttersprache aus rund 30 Wiener Hauptschulen zwei Mal befragt - einmal im Alter von zehn bis zwölf Jahren (erste Klasse) und das zweite Mal im Alter von 14 bzw. 15 (vierte Klasse).

 

Wunsch nach heterogenen Freundschaften

Bei der Ersttestung zeigte sich, dass sowohl türkischsprachige als auch deutschsprachige Jugendliche die Freizeit eher mit Freunden ihrer eigenen Herkunft verbringen. Vor allem bei den Türken war aber bereits zu diesem Zeitpunkt zumindest der Wunsch nach Freunden anderer Muttersprache vorhanden. Die serbisch/serbokroatischen Kinder tendierten dagegen schon zu diesem frühen Zeitpunkt zu "ethnisch-heterogenen" Freundschaften.

Je älter, desto aufgeschlossener

Drei Jahre später waren alle Heranwachsenden wesentlich aufgeschlossener gegenüber interkulturellen Freundschaften. Vor allem die türkischsprachigen Burschen, die zunächst noch Freundschaften mit Kindern aus anderen Kulturen abgelehnt hatten, hatten sich deutlich zu Befürwortern entwickelt.

Bei Burschen verstärkt

Ähnliches gilt für die deutschsprachigen Jugendlichen: Burschen zeigten bei der ersten Befragung eine deutliche Tendenz zu Freunden gleicher Muttersprache, Mädchen eine etwas geringere. Drei Jahre später hatte sich dies umgekehrt: Die Burschen stimmten eher ethnisch-heterogenen Freundschaften zu als Mädchen. Die serbisch/serbokroatischen Kinder - gleich welchen Geschlechts - waren zu beiden Testzeitpunkten Befürworter von interethnischen Freundschaften, bei der zweiten Testung sogar noch deutlicher.

Offene Migranten

Generell zeigte sich, dass Kinder bzw. Jugendliche mit Migrationshintergrund offener für Freundschaften mit Angehörigen anderer Herkunft sind und sich eher um Kontakte mit diesen bemühen als Gleichaltrige mit deutscher Muttersprache. Die Studienautoren erklären dies mit "gesellschaftlichen Gegegebenheiten": "Angehörige von Minderheiten müssen sich zwangsläufig eher an der Mehrheit orientieren als umgekehrt." (APA)

    NickyBilly
    102
    1.12.2006, 12:00
    Kein Wunder...

    wenn es mehr und mehr zu interethnischen Freundschaften kommt.
    In diesem Land hat man von Jahr zu Jahr weniger Möglichkeiten unter sich zu bleiben.
    Da muss man einfach nehmen was kommt.

    Güle, güle Hojaç Bey!
     
    00
    12.3.2007, 22:01
    Für Sie...

    ...ist die Welt wohl erst in Ordnung, wenn Sie Ihren wahren Freund erkennen:
    Ihren eigenen KLON!

    na66
    00

    und? leiden sie sehr darunter mit menschen unterschiedlicher herkunft zu verkehren?

    es sind menschen mit den gleichen bedürfnissen wie überall, natürlich kulturell bedingt.
    man kann auch viel gutes voneinander lernen, wenn man offen ist und sich nicht an vorurteile hält!

    diese möglichkeit ist nicht vorhanden, wenn sie nur "unter sich bleiben"!

    Settembrini
    12
    1.12.2006, 09:55
    Das Blöde ist nur,...

    ...zuerst sollte man sich einmal mit der eigenen Kultur auseinandersetzen. Doch dazu ist man zu bequem. Stattdessen verschafft man sich einen Xenokick und darf sich auch noch einen toleranten Weltmenschen nennen.

    Güle, güle Hojaç Bey!
     
    00
    12.3.2007, 22:02
    Das ist gar nicht so leicht...

    ... das mit der eigenen Kultur.
    Steht doch der Karl Moik nicht mehr zur Verfügung!
    ;-)

    Der Spieler
    01
    30.11.2006, 19:44

    Wenn das Bild nicht eigentlich schon alles aussagt... :)

    DieIntellegentereGehirnzelleHojacs
    00
    30.11.2006, 12:36
    naja - eh logisch ...

    ... arbeitskollegen kann man sich halt nicht aussuchen ... es wird ja auch umgekehrt kaum -heimische- erwachsene geben die noch mit ihren schulfreunden jedes wochenende unterwegs sind ...

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