Bericht: Bereits während Bosnien-Krieges Anfang der 90er Jahre seien Al-Kaida-Mitglieder in Geheimgefängnissen untergebracht worden
Berlin - Der US-Geheimdienst CIA hat einem Zeitungsbericht zufolge schon während des Bosnien-Krieges (1992-1995) mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder entführt und in Geheimgefängnissen untergebracht. Dies gehe aus dem Protokoll eines vertraulichen Gesprächs hervor, das hochrangige EU-Vertreter mit ehemaligen CIA-Agenten und dem US-Rechtsberater John Bellinger in Washington geführt hätten, berichtete die "tageszeitung" (taz) am Mittwoch vorab. Insgesamt handle es sich um vier verschiedene Protokolle. Daraus ergebe sich, dass die Entführungspraxis der CIA schon vor den Anschlägen vom 11. September 2001 üblich gewesen sei.
Aus den Protokollen sei auch ersichtlich, dass die Geheimdienste der jeweiligen Länder informiert gewesen seien, in den meisten Fällen auch die Regierungen der entsprechenden Länder. Die Protokolle verwiesen nach Angaben der Zeitung auf die enge Zusammenarbeit der Geheimdienste aus Deutschland, Frankreich, Italien und Osteuropa.
Die Affäre um CIA-Gefangenentransporte nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte vor rund einem Jahr erstmals für Aufregung gesorgt. Mittlerweile beschäftigt sich der BND-Untersuchungsausschusses mit diesem Thema. Medienberichten zufolge waren die US-Militärflughafen in Frankfurt und Ramstein ein Drehkreuz für die Geheimtransporte. Die deutsche Regierung hat mehrfach versichert, von US-Geheimflügen zum Transport Terrorverdächtiger ins Gefangenenlager Guantanamo nichts gewusst zu haben. (APA/Reuters)