Mehrheit für Homosexuellen-Ehe

8. Juli 2000, 11:19

Deutschlands BürgerInnen für Gleichstellung

Berlin - Die Mehrheit der BundesbürgerInnen in Deutschland ist nach einer Umfrage dafür, dass homosexuelle Lebensgemeinschaften rechtlich der Ehe gleichgestellt werden. In einer von der "Bild"-Zeitung und dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in Auftrag gegebenen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "dimap" sprachen sich 55 Prozent der Befragten für die Gleichstellung und 40 Prozent dagegen aus. Besonders groß ist der Erhebung zufolge die Zustimmung unter den 18- bis 29-Jährigen, von denen sich 82 Prozent für die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare mit heterosexuellen EhepartnerInnen ausgesprochen hätten. Insgesamt hätten 58 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer eine Gleichstellung befürwortet.

Nach der Umfrage ist die Zustimmung unter Grün-WählerInnen mit 88 Prozent am größten. 55 Prozent der Unions-Wähler und 38 Prozent der SPD-Wähler lehnten die juristische Gleichstellung für schwule und lesbische Paare hingegen ab.

Erste Schritte noch fraglich

Nach einem Gesetzentwurf der rot-grünen Bundesregierung sollen homosexuelle Paare sich bei den Standesämtern als Lebenspartnerschaften eintragen lassen können. Sie sollen dadurch unter anderem im Steuer- und Erbrecht weitgehend Ehen gleichgestellt werden. Über den Entwurf war am Freitag im Bundestag beraten worden. Die Union hat angekündigt, sie werde den Gesetzentwurf bei späteren Beratungen im Bundesrat, in dem die SPD-geführten Bundesländer keine Mehrheit haben, blockieren. Allerdings können Teile des Entwurfs auch ohne die Zustimmung des Bundesrates in Kraft treten. (Reuters)

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