Mit Hightech zum Juchhe

29. November 2006, 17:00
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Tickets mit Funkerkennung, Einstieg in die Seilbahn mittels neuer Technologien - Innovationen erleichtern den Weg auf die Piste

Wintersportlern ist das Procedere bekannt: Liftkarte kaufen, beim Lift anstellen und Stück für Stück auf das Drehkreuz zurutschen, dort angekommen, die Liftkarte in den dafür vorgesehenen Schlitz stecken und das Drehkreuz wird freigegeben.

Einfacher geht es mit der so genannten Keycard. Vorteil dieser Innovation von Skidata: Sie kommuniziert über einen eingebauten Chip mit dem Lesegerät, auch wenn sie in der Kleidung getragen wird. Außerdem ist sie mehrfach verwendbar. Der kleine Nachteil: Weil sich das Lesegerät auf der linken Seite befindet, muss die Karte an der linken Körperhälfte getragen werden - noch. Denn bereits letztes Jahr brachte die Skidata AG, die sich auf die Entwicklung von Zutrittstechnologien und Ticketinglösungen spezialisiert hat, ein neues System auf den Markt, "Freemotion" getauft. In Zukunft soll der Dreharm der Zutrittsschleuse immer offen sein und sich nur schließen, wenn das Lesegerät einen unerlaubten Zutrittsversuch bemerkt.

"Dazu braucht es im Hintergrund eine sehr rasche Technologie, die innerhalb kürzester Zeit die Berechtigung kontrollieren kann und rechtzeitig die Barriere schließt", sagt Jörg Weisser von Skidata. "Zudem muss diese Erkennung immer funktionieren, egal an welcher Stelle man das Ticket trägt." Gelingen soll das durch eine beidseitige Detektion mittels RFID-Technologie. RFID steht für "Radio Frequency Identification", was so viel wie Funkerkennung bedeutet.

Diese Technologie findet bei Skidata bereits seit 1989 Anwendung. In der Freemotion-Karte ist eine Antenne integriert, die mit dem Chip verbunden ist. Dieser wird erst aktiv, wenn das Ticket in den Einflussbereich eines Lesegeräts gelangt. Die Berechtigungsabfrage erfolgt innerhalb von Millisekunden.

Seilbahn mit Aufzug

Die gewonnene Zeit verliert man allerdings meist beim Aufstieg zum Einstieg in die Seilbahnkabine. Besonders wenn es über Stufen hinaufgeht - mühsam vor allem wegen der steifen Skischuhe. Mit einer neuen Technologie des Seilbahnbauers Doppelmayr sollte der Einstieg in das Transportmittel einfacher werden. Der Skisportler wird etwa bei der renovierten Galzigbahn in St. Anton sozusagen direkt vom Erdgeschoß abgeholt - was vorher nicht möglich war. Wenn jetzt die Kabine in die Station kommt, wird sie an ein Paar so genannter "Riesenräder", mit einem Durchmesser von je 9,3 Metern, "übergeben" und ins Erdgeschoß transportiert, wo man dann komfortabel einsteigen kann. Dann geht's rundum, und die Kabine wird über ein weiteres Paar Riesenräder wieder in den ersten Stock befördert, an das Transportseil angekuppelt und fährt Richtung Bergstation. Somit wird hier die Seilbahn mit einem Aufzug kombiniert. (Markus Böhm/Der Standard/Printausgabe/29.11.2006)

  • Hightech auf der Piste: Der offene Dreharm, das Handy als Zutrittsausweis.
    foto: skidata

    Hightech auf der Piste: Der offene Dreharm, das Handy als Zutrittsausweis.

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