Asylwerber kein "tschetschenischer Gewalttäter"

2. März 2007, 11:38
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Unschuld erwiesen - 18-Jähriger darf in Flüchtlingsheim zurück

Klagenfurt - Amirhan I. ist glücklich. Der 18-jährige Asylwerber hat seine Grundversorgung wieder, die ihm auf einen bloßen Verdacht hin, ein "tschetschenischer Gewalttäter" zu sein, entzogen worden war.

Nach einem Bericht des Standard haben der zuständige Staatsanwalt und das Kärntner Flüchtlingsreferat sofort reagiert.

"Die Staatsanwaltschaft hat uns mitgeteilt, dass die Ermittlungen eingestellt wurden, somit ist seine Unschuld erwiesen und der junge Mann kann wieder in die Grundversorgung aufgenommen werden", bestätigt der Leiter des Flüchtlingsreferats Gernot Steiner. Er kann in sein früheres Flüchtlingsquartier zurück.

Amirhan I. wäre in Obdachlosigkeit und möglicherweise Kriminalität abgedrängt worden, hätte ihn nicht sein kriegsversehrter Landsmann Alesh A. bei sich aufgenommen.

Der junge Mann war verdächtigt worden, bei einem Raufhandel zwischen Kärntnern und Tschetschenen auf einem Klagenfurter Kinderspielplatz beteiligt gewesen zu sein. Daraufhin versprach Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider ein "tschetschenenfreies" Kärnten und orderte die Abschiebung aller Beteiligten ins Flüchtlingslager Traiskirchen an. Amirhan I. weigerte sich, in den wartenden Bus einzusteigen und wurde daraufhin aus seinem Flüchtlingsquartier in Krumpendorf geworfen. Das Flüchtlingsreferat begründete die Verweigerung der Grundversorgung damit, dass zuerst Amirhans Unschuld bewiesen sein müsse. Eine namentliche Anzeige gegen ihn war jedoch nie eingelangt, nur eine gegen "unbekannte Täter", die mangels Beweisen nicht weiter verfolgt wurde. Sehr wohl amtsbekannt dagegen war der am Spielplatz beteiligte Kärntner Schlägertrupp gewesen. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD - Printausgabe, 29. November 2006)

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