Sampras gewinnt zum siebenten Mal Wimbledon

10. Juli 2000, 14:09

Mit 13 Siegen in Glam-Slam -Turnieren ist er nun alleiniger Rekordhalter


Rafter im Netz gefangen

London - Der US-Amerikaner Pete Sampras ist zum siebenten Mal Wimbledon-Sieger. Der topgesetzten Titelverteidiger gewann am Sonntag das Herren-Finale der 114. All England Championships gegen den Australier Patrick Rafter 6:7 (10/12),7:6 (7/5),6:4,6:4 und ist nun mit 13. Triumphen alleiniger Rekord-Halter an Grand-Slam-Titeln. Bisher hatte sich der 28-Jährige diese Bestleistung mit dem Australier Roy Emerson geteilt. Es war der 28 Einzel-Erfolg von Sampras im Tennis-Mekka in Folge.

Damit ist er dem Rekord von Björn Borg mit 41 Siegen wieder ein Stück näher gerückt. Überhaupt hat Sampras in Wimbledon seit 1992 nur im Viertelfinale 1996 gegen Richard Krajicek verloren. Gegen den zuletzt in elf Spielen ungeschlagen gewesenen Rafter war es aber ein hartes Stück Arbeit bis zum Sieg. Im ersten Satz machte der Sohn griechischer Einwanderer zwar den solideren Eindruck, doch Regenpausen nach 26 bzw. nur acht weiteren Minuten störten offensichtlich seinen Rhythmus.

Es ging mit dem Aufschlag

Bei Wiederaufnahme des Spiels am frühen Abend gab zunächst wie schon zuvor die Aufschläger den Ton an, doch im Tie Break verließ Sampras seine Service-Konstanz. Nachdem er zwei Satzbälle vergeben hatte, "verwertete" er nach 58 Spielminuten mit seinem fünften Doppel-Fehler Rafters vierte Chance.

Im zweiten Durchgang bot sich ein ähnliches Bild. Nur in den ersten Games "roch es" etwas nach Breaks, doch auch hier musste das Tie Break entscheiden. Dabei zeigte Sampras vor rund 13.800 Zuschauern zunächst Nerven, er begann mit seinem bereits neunten Doppelfehler und lag rasch 1:4 zurück. Doch mit fünf Punkten in Folge zog er sich selbst aus dem drohenden Schlamassel, der 28-Jährige nützte nach 46 Minuten seine zweite Chance zum Satz-Ausgleich.


Sampras kamen die Tränen
Die Grand-Slam Erfolge des Pete Sampras
Zweimal das Break zum 3:2

Das war die Wende. Zwar hielten die beiden Finalisten die Patt-Stellung vor den Augen ihrer Eltern, die jeweils erstmals in Wimbledon zu Gast waren, vorerst aufrecht. Doch in diesem wie auch im Folge-Satz durchbrach Sampras' Rafters Aufschlag zum 3:2, was jeweils zum Satzgewinn reichte. Im dritten Durchgang servierte der Sampras locker aus. Im Schluss-Satz legte er sogar noch ein Break, ehe er nach 2:52 Stunden seinen vierten Wimbledon-Triumph in Folge bejubeln durfte.

Nach dem verwerteten Matchball kamen sogar bei "Gentleman-Pete" Tränen der Rührung und er kletterte auf die Tribüne zu seinen Eltern. Mit sieben Siegen hat er den Wimbledon-Rekord von William Renshaw eingestellt und zudem als erst fünfter Spieler seinen Titel zum dritten Mal in Serie verteidigt. "Dieser Tag ist für mich so wichtig. Es ist so schön, dass meine Eltern miterleben durften, wenn ich ein Mal ein großes Turnier gewinne. Das ist der beste Court der Welt und ich komme nächstes Jahr wieder", kündigte Sampras an.


FINALE

    Sampras (USA/1) - Rafter (AUS/12) 6:7 (10:12), 7:6 (7:5), 6:4, 6:2


DIE FINALISTEN

  • PETE SAMPRAS (USA-1) Geboren: 12. August 1971 in Washington Größe: 1,85 m - Gewicht: 79 kg Profi seit 1988 Aktuelle ATP-Rankings: 3. Entry-List, 10. Champions Race Bestes ATP-Ranking: 1. 1993 bis 1998 Rechtshänder, einhändige Rückhand Anzahl der ATP-Titel: 62 Grand-Slam-Titel: 12 (6 Wimbledon, 4 US Open, 2 Australian Open) Beste Wimbledon-Ergebnisse: Turnier-Sieg 93-95, 97-99, 92 Halbfinale Karriere-Siege/-Niederlagen: 691/184 Karriere-Preisgeld: 39.501.138 US-Dollar (44,2 Mio. Euro/608 Mio. S)

  • PATRICK RAFTER (AUS-12) Geboren: 28. Dezember 1972 in Mount Isa Größe: 1,85 m - Gewicht: 86 kg Profi seit 1991 Aktuelle ATP-Rankings: 21. Entry List, 52. Champions Race Bestes ATP-Ranking: 1. 1999 Rechtshänder, beidhändige Rückhand Anzahl der ATP-Titel: 10 Grand-Slam-Titel: 2 (US Open 1997,1998) Beste Wimbledon-Ergebnisse bisher: Halbfinale 99, Achtelfinale 96-98 Karriere-Siege/-Niederlagen: 303/163 Karriere-Preisgeld: 8.864.558 (9,91 Mio. Euro/136,4 Mio. S).

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