Patentstreit bringt Probleme für Microsoft in Südkorea

23. Jänner 2007, 15:45
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Weitere Auslieferung von Microsoft Office gefährdet - Streit um Wechsel zwischen verschiedenen Spracheingaben

Südkorea ist wohl nicht unbedingt einer der Lieblingsmärkte für Microsoft: Nachdem die Freihandelsbehörde des Landes im Dezember 2005 den Softwarehersteller bereits wegen Missbrauchs der eigenen Marktmacht zu einer saftigen Strafe und zur Entfernung des Windows Media Players sowie des MSN Messengers aus Windows XP verurteilt hatte, droht nun neues Ungemach.

Patent

Der Oberste Gerichtshof des Landes hat den Antrag Microsofts auf die Ungültigerklärung eines wichtigen Patents abgelehnt, eine Entscheidung, die weitreichende Folgen für den Konzern haben könnte. Konkret geht es um ein Patent, dass eine Methode für den Wechsel koreanischer und englischer Texteingabe beschreibt, und das Professor Lee Keung-Hae von der Hankuk Aviation Universität bereits im Jahr 1997 eingereicht hatte.

Einbau

Der Vorwurf lautet, dass sich Microsoft unerlaubt der von Keung-Hae entwickelten Technologien bedient hat, und diese bei Microsoft Office zum Einsatz bringe. Die Firma P&IB hat in Vertretung für den Professor in einem separaten Verfahren unter anderem 75 Millionen US-Dollar Schadenersatz von den Redmondern eingefordert.

Aus(wege)

Schließt sich das zuständige Gericht nun der Meinung des Obersten Gerichtshofs an, so könnte dies nachhaltige Folgen für Microsoft haben: Das eigene Office müsste vom südkoreanischen Markt genommen werden - so man denn nicht doch noch einlenkt und eine Lizenz erwirbt und den Schadenersatz leistet.

Think pink

Bei dem Softwareunternehmen gibt man sich in dieser Hinsicht derzeit aber noch hoffnungsfroh: Man habe unlängst neue Beweise bekommen, die die Ungültigkeit des entsprechenden Patents belegen würden, insofern geht man davon aus, dass man das verfahren trotz der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes gewinnen werde. (red)

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