Gewalt an Schulen: Runder Tisch soll gegensteuern

9. März 2007, 10:25
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Kärntner Landesschulratsvizepräsident Altersberger schlägt Drei-Phasen-Plan vor - "Entwicklung verschlafen"

Klagenfurt - Angesichts zunehmender Gewalt unter Jugendlichen und Schülern will der Vizepräsident des Kärntner Landesschulrates, Rudolf Altersberger (S), jetzt unverzüglich Gegenmaßnahmen setzen. Im Gespräch mit der APA schlug er am Samstag einen Drei-Stufen-Plan im Rahmen eines Runden Tisches vor. An den neuen Schulreferenten, BZÖ-Landesrat Uwe Scheuch, richtete Altersberger die Aufforderung, sich so rasch wie möglich im Kampf gegen die Jugendgewalt einzubringen.

Erfahrungen des Lehrpersonals

Als ersten Schritt verlangt Altersberger, dass sich die Schulaufsicht beim Landesschulrat gemeinsam mit Jugend- und Schulpsychologen mit dem Phänomen der zunehmenden Gewaltbereitschaft in der jungen Generation auseinander setzt und Gegenstrategien entwickelt. In einer zweiten Runde sollten die Schuldirektoren mit ihrer praktischen Erfahrung beigezogen werden.

Politiker mit einbeziehen

"Wenn dann konkrete Maßnahmen auf dem Tisch liegen, sollten in einer dritten Phase die Politiker zum Runden Tisch beigezogen werden", schlägt Altersberger vor. Seinen Worten zufolge habe man in Kärnten die negative Entwicklung in diesem Bereich verschlafen: "Wir haben immer geglaubt, dass Kärnten hier eine Insel der Seligen ist." Jetzt sei allerdings evident, dass die zunehmende Gewalt unter Jugendlichen von den USA endgültig auf Europa und damit auch auf Österreich übergeschwappt sei.

Jüngste Ereignisse

Das Engagement des Landesschulratsvizepräsidenten erfolgt vor zwei diesbezüglichen Ereignissen in Kärnten. In einem Fall war ein 15-Jähriger von einer Gruppe Gleichaltriger mehrmals brutal verprügelt worden. Die Szenen wurden per Handy gefilmt und ins Internet gestellt. Vor wenigen Tagen zog ein 18-jähriges Mädchen in einer Klagenfurter Schule eine Schreckschusspistole, mit der sie einer Mitschülerin und Nebenbuhlerin um die Gunst eines Burschen Angst einjagen wollte. Gegen die Jugendliche läuft ein Schulausschlussverfahren. (APA)

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